Sex im Alter | Alterssexualität | Erektionsprobleme | Zärtlichkeit | Liebesleben

Wie ändert sich der Sex im Alter? Tipps und Hilfe fürs Liebesleben

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Haben Sie noch im Alter ein erfülltes Sexualleben? Wenn nicht, dann erfahren Sie in diesem Beitrag, welche Ursachen dies haben könnte.

Was die Sexualität für Menschen im Alter bedeutet, hängt stark damit zusammen, wie sie ihren Körper und ihr Intimleben in jüngeren Jahren wahrgenommen haben. Wer alles, was sich im Schlafzimmer zugetragen hat, als eheliche Pflicht verstanden hat und dabei keine große Lust und Entspannung erfahren hat, der wird im Seniorenalter wahrscheinlich nicht damit beginnen, ein ausschweifendes Liebesleben zu führen. Gerade unter den Frauen gibt es viele, die nach der Menopause sogar Dankbarkeit empfinden, sich nicht mehr hingeben zu müssen. Wer wiederum liberal erzogen wurde und Sexualität seit jeher als einen Teil seines Selbst begriffen hatte, wird sicher bis ins hohe Alter eine aktive Intimbeziehung zu sich und seinem Partner führen.

Noch in den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts war es gängige Lehrmeinung, dass das „Verrichten der ehelichen Pflicht“ nur dazu da sei, Kinder zu zeugen. Spätestens mit dem Einsetzen der Wechseljahre galt es damals, damit aufzuhören. Heute wissen wir, dass das natürlich nicht stimmt. Das sexuelle Empfinden von Frauen und Männern hört nicht auf, nur weil sie eine bestimmte Altersgrenze überschreiten. Jedoch treten in jedem neuen Lebensabschnitt Veränderungen ein, mit denen jeder unterschiedlich umzugehen vermag. Entscheidend ist dabei die Lebenssituation. Am komfortabelsten ist es natürlich in den eigenen vier Wänden. Wer jedoch im Alter im Hause seiner Kinder lebt oder seinen Lebensabend in einem Seniorenheim verbringt, hat es oft schwerer, sich private Freiräume zu schaffen, in denen die eigenen Intimbeziehungen geführt werden können. Gerade in einem Heim sind viele der Bewohnerinnen und Bewohner alleinstehend. Je nachdem, wie es um die Haltung der Heimleitung und der Mitarbeiter bestellt ist, kann es mehr oder weniger problematisch sein, ein Liebesleben zu führen. Jeder der im Heim wohnt, sollte daher darauf achten, seine Privatsphäre einzufordern. Es ist wichtig, deutlich zu machen, dass es tägliche Zeiten geben muss, in denen man ungestört sein kann. Sei es zu zweit oder auch allein.

Schönsein heißt nicht Jungsein

Viele im späten Erwachsenenalter hadern zudem mit dem gängigen Schönheitsideal, das uns jeden Tag in den Medien präsentiert wird. Schönsein bedeutet demnach, auch im höheren Alter jugendlich zu wirken, schlank und fit zu sein. Diese falschen Vorbilder bewirken, dass sich gerade ältere Damen selbst nicht mehr ansehnlich finden. Sie befürchten überdies, dass sie auch vom Partner Ablehnung erfahren. In den meisten Fällen sind es jedoch nur die eigenen Erwartungen, die überdacht werden müssen. Gerade nach Operationen oder längeren Krankheiten entstehen Veränderungen am Körper. Doch diese Narben, Linien, Falten und Hautveränderungen – sie alle erzählen die Geschichten, die kein anderer Mensch erlebt hat. Diese Erscheinungen unterscheiden die Körper Älterer von denen junger Menschen, indem sie zeigen: Diese Person hat Lebenserfahrung und damit einen Geist, den kein Jugendlicher haben kann. Attraktivität hat nichts mit Modelmaßen zu tun, sondern ist immer eine Frage der Haltung. Indem man die körperlichen Veränderungen akzeptiert und damit Abschied nimmt vom vermeintlich strafferen und frischeren Aussehen vergangener Tage, nimmt man eine Haltung an, die einem guttut. Sobald man beginnt, sich mit seinem Gegenüber darüber auszutauschen, wie die vielen Spuren am eigenen Körper entstanden sind und wie es einem zu dieser oder jener Zeit damit erging, kann man es auch schaffen, ein neues Körpergefühl zu entwickeln. Davon abgesehen sind die beiden wichtigen Faktoren wahrer Attraktivität – Charme und Humor – sowieso altersunabhängig.

Wie es so schön heißt, haben Senioren ja nie Zeit. Doch gerade für Intimität sollte genug Zeit im Alltag sein. Dabei muss es nicht bis zum Äußersten kommen. Sexualität im Alter kann auch bedeuten, einander bei der Hand zu halten und zu streicheln. Gemeinsame Spaziergänge und Arm in Arm auf einer Parkbank zu sitzen. Wie schön ist es, wenn sich zwei am Abend gegenseitig bei der Körperpflege helfen und dabei zärtlich zueinander sind. Wenn sie sich gegenseitig die Haare kämmen oder eincremen. Und wenn sie sich im Bett einfach die Zeit nehmen, sich gegenseitig in die Augen zu sehen. Auch das alles kann Sexualität im Alter bedeuten.

Hilfe bei Erektionsproblemen: Schwierigkeiten bedeuten nicht das Ende der Sexualität

Gerade Männer im späten Erwachsenenalter müssen sich damit auseinandersetzen, dass ihre sexuellen Fähigkeiten nachlassen. Das Gefühl zu versagen und keine „richtige“ Erektion zu bekommen oder aufrecht zu erhalten, kann in Angst und Scham münden. Hier können vier wesentliche Empfehlungen ausgesprochen werden:

  • Zunächst gilt es, sich mit der Situation zu arrangieren oder anders gesagt: sich abzufinden. Dieser Gedanke hilft sehr dabei, sich zu entspannen. Es geht darum, nicht zu müssen. Was in einer entspannten Situation zwischen zwei entspannten Seelen geschieht, das kann man nur erahnen.
  • Ein offenes und ehrliches Gespräch von Mann zu Frau, in dem die Probleme mit der Potenz und die Gefühle, die damit einhergehen, offengelegt werden, ist eine wahre Wohltat. Die meisten Frauen werden verständnisvoll darauf reagieren. Wer sich dagegen immer weiter zurückzieht, der gibt auch seine Intimbeziehung auf.
  • Wenn gewohnte Wege der Sexualität versperrt bleiben, können neue Formen sexuellen Kontaktes ausprobiert werden. Das, was einem guttut, das ist auch erlaubt – hier gibt es kein Richtig und kein Falsch.
  • Der eigene Hausarzt sollte zudem als Ansprechpartner verstanden werden, der einem gegebenenfalls ein Medikament verschreibt oder ein Hilfsmittel empfiehlt. 

Das Liebesleben im späteren Erwachsenenalter verändert sich. Es geht nicht mehr um tolle Leistungen und gestählte Muskeln bzw. wohlproportionierte Kurven. Darum ging es – wenn man ehrlich ist – auch noch nie. Bedeutend ist, einander anzunehmen und sich Zuwendung zu schenken. Die Nähe und Geborgenheit sollte nicht nachlassen, nur weil körperliche Veränderungen eingetreten sind. Wenn dabei Lust entsteht, kann das sehr erfüllend sein. Viele entdecken erst nach dem 60. Lebensjahr überhaupt den Sinn für das Erotische. Nicht umsonst ist die Rede vom dritten Frühling. Doch niemand muss sich dahingehend anstrengen oder gar etwas erzwingen. Andererseits ist alles erlaubt, was Freude bereitet. Und warum sollten Menschen im besten Alter nicht auch nochmal beginnen, etwas Neues auszuprobieren? Wenn Erkrankungen und altersbedingte Umstellungen die Sexualität einschränken, dann sollte der Begriff Sex einfach neu gedacht werden. Das Schöne ist, dass körperliche Nähe auch einen Beitrag zur seelischen und körperlichen Gesundheit leistet und das Selbstwertgefühl positiv beeinflusst.


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Profilbild von Daniela Butterich

Daniela Butterich (Jg. 1986) hat Kommunikationsforschung: Politik und Gesellschaft und Psychologie studiert. Seit 2011 arbeitet sie in der Medienbranche im Nachrichtenbereich und war zudem in einem regionalen Kulturverband angestellt. Sie interessiert sich für ...


Kommentare

Wundervoller Beitrag. Ich hoffe auf baldige Fortsetzungen. ;-D

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