Senioren im Straßenverkehr | Fahrsicherheitstraining für | Autofahren

Senioren im Straßenverkehr: Deshalb raten Experten zum Fahrsicherheitstraining

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Vielen Senioren nehmen aktiv im Straßenverkehr teil. Experten raten zu einem regelmäßigen Fahrsicherheitstraining für ältere Menschen. Zu den Gründen und Angeboten erfahren Sie hier mehr.

Mehr als die Hälfte der deutschen Fahrzeughalter hat die 50 überschritten (50plus). Um sich auf Dauer sicher im Straßenverkehr fortzubewegen, empfehlen Experten freiwillige Fahrstunden, Fahrsicherheitstrainings und Gesundheitsuntersuchungen.

Autofahren, das bedeutet Unabhängigkeit und Mobilität. Einkaufen, der Besuch von Freunden und Familie oder der Arztbesuch: Ohne Pkw könnte man viele Grundbedürfnisse nur schwer befriedigen. Zwar ist die Fortbewegung auch mit dem Rad, zu Fuß und mit öffentlichen Verkehrsmitteln möglich. Aber gerade für Menschen, die in ihrer Bewegungsfreiheit aufgrund körperlicher Beschwerden eingeschränkt sind, kann ein Pkw das letzte Tor zur Außenwelt bedeuten. Im ländlichen Raum gilt das umso mehr. Nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamtes besaßen im Jahr 2013 die über 65-Jährigen - 11 Millionen von bundesweit 32 Millionen Führerscheinen. Laut Schätzungen wird dieser Anteil in den kommenden Jahren weiter steigen: Die Folgen des demografischen Wandels machen sich auch im Straßenverkehr bemerkbar. Daher werden freiwillige Vorsorgemaßnahmen in der Zukunft immer wichtiger.

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Um Unsicherheiten und Ängste älterer Autofahrer abzubauen, raten Experten zu regelmäßige Fahrkursen. (Quelle: Fotolia - Budimir Jevtic)

Fahrstunden & Fahrsicherheitstraining für Senioren

"Niemand wird laut Gesetzeslage gezwungen, etwas zu unternehmen. Alles geschieht auf freiwilliger Basis", sagt Fahrlehrer Pierre Blank vom Fahrschulkombinat aus Erfurt. "Aber nach meiner Erfahrung wäre es wichtig, seine Fahrtüchtigkeit regelmäßig zu überprüfen." Altersunabhängig, wie der Experte betont. Möglich sind eine theoretische Auffrischung, Fahrstunden und Fahrsicherheitsttraining. Diese Kurse können in Fahrschulen oder in Fahrsicherheitszentren der Verkehrsclubs besucht werden. Gerade in den Wintermonaten empfielt sich eine extra Übungsstunde, um Notbremsungen auf glattem Untergrund oder Schleudertrainingselemente zu üben. Präventive Maßnahmen, so stimmen Experten überein, können Ängste abbauen, das Selbstbewusstsein stärken und neben der eigenen auch die Sicherheit für alle Verkehrteilnehmer erhöhen.

Ältere Menschen verursachen wenig Unfälle mit Personenschäden

Entgegen mancher Vorurteile fahren die Älteren sogar vergleichsweise sicher: Nur elf Prozent der Unfälle mit Personenschaden gingen im Jahr 2009 auf das Konto von Menschen ab 64 Jahren. Gleichzeitig macht diese Altersgruppe laut Statistischem Bundesamt aber 20 Prozent der Gesamtbevölkerung aus. "Es gibt nicht den tyischen älteren Autofahrer", stellt Peter Sauerteig klar. "Manche fahren mit 50 schon katastrophal, andere mit 90 noch äußert sicher". Ohnehin gelten junge Männer zwischen 18 und 24 als besonders unfallanfällig. Während jene Risikogruppe vor allem durch überhöhte Geschwindigkeit und eine riskante Fahrweise auffällt, verursachen ältere Autofahrer Unfälle eher durch Fehler bei der Vorfahrtregelung, beim Abbiegen und Einfahren und mit gegenüber kreuzenden Fahrzeugen und Fußgängern. Der Grund: Neben den Sinnen können Aufmerksamkeit, Bewegleichkeit und Reaktionsvermögen mit den Jahren nachlassen. Daher empfielt es sich, nicht nur das Fahren zu trainieren, sondern auch regelmäßig die Gesundheit untersuchen zu lassen und einige weitere Hinweise zu beachten.

So verbessert man die Sicherheit als Senior im Straßenverkehr:

1. Regelmäßig das Gehör überprüfen lassen und eventuell ein Hörgerät verwenden

2. Mindestens einmal im Jahr zum Augenarzt gehen, Dämmerungssehschärfe und dynamische Sehschärfe untersuchen lassen, Nachtfahrten möglichst vermeiden.

3. Bei Unsicherheit Fahrten im Berufsverkehr vermeiden, ablenkende Nebengeräusche wie Radio ausstellen, Gespräche mit Beifahrer vermeiden

4. Beweglichkeit mit Sport und Gymnastik trainieren;  vermehrt die Seitenspiegel zur Orientierung nutzen, wenn Schulterblick schwerfällt

5. Bei verminderter Reaktionsgeschwindigkeit Abstand halten, Geschwindigkeit verringern

Das richtige Auto für Senioren

Zu guter Letzt ist es ratsam beim Autokauf die richtige Entscheidung zu treffen und sich gut beraten zu lassen. Es bieten sich Pkw an, die über einen hohen Einstieg, große Fenster für einen guten Überblick über die Straße und Hilfssysteme wie Navigationssystem, Rückfahrkamera, Tempomat und Einparkassistent verfügen. Letztlich liegt es an jedem selbst, auf die Fahrtüchtigkeit, funktionierende Sinne undein geeignetes Auto zu achten. Die Fahrschulen schultern einen Teil der Herausforderung. "Für uns werden die älteren Verkehrsteilnehmer aufgrund des demografischen Wandels immer wichtiger", sagt Peter Sauerteig. Das Interesse an Nachschulungen sei allerdings schon seit Jahren auf niedrigem Niveau, betont der Experte. Aber er sieht Potential. Sauerteig denkt darüber nach, die Zielgruppe durch gezielte Werbung in Zukunft direkter anzusprechen.

Hinweis: Haben Sie bereits positive oder negative Erfahrungen zu dem Thema gemacht? Dann lassen Sie dies uns davon wissen und schreiben Sie uns an info@basenio.de. Ihre Ratschläge und Erfahrungen sind uns wichtig, damit wir auch in Zukunft dieses Thema "Senioren im Straßenverkehr" mit ausführlichen Artikeln begleiten können. Danke für Ihre Unterstützung.

1. Regelmäßig das Gehör überprüfen lassen und eventuell ein Hörgerät verwenden 2. Mindestens einmal im Jahr zum ¬Augenarzt gehen, Dämmerungssehschärfe und dynamische Sehschärfe untersuchen ¬lassen, Nachtfahrten möglichst ¬vermeiden. 3. Bei Unsicherheit Fahrten im Berufsverkehr vermeiden, ablenkende Nebengeräusche wie Radio ausstellen, Gespräche mit Beifahrer vermeiden 4. Beweglichkeit mit Sport und Gymnastik trainieren;  vermehrt die Seitenspiegel zur Orientierung nutzen, wenn Schulterblick schwerfällt 5. Bei verminderter Reaktionsgeschwindigkeit Abstand halten, Geschwindigkeit verringern

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Thomas Fritz (Jg. 1982) ist ein freier Journalist aus Leipzig, der seit 2010 in der Branche tätig ist und bundesweite Auftraggeber hat. Nicht die tagesaktuelle Berichterstattung, sondern gut recherchierte Hintergrundberichte, Porträts und Reportagen sind sein ...


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