Nachbarschaftshilfe | Nachbarschaftshelfer | legale Angebote | Schwarzarbeit

Nachbarschaftshilfe: Welche Hilfe ist legal und welche gilt als Schwarzarbeit?

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Wer mit zunehmendem Alter Schwierigkeiten bekommt, bestimmte AktivitĂ€ten selbst zu erledigen, ist auf die UnterstĂŒtzung Anderer angewiesen. Diese muss nicht immer Geld kosten. Hier erfahren Sie alles ĂŒber die Möglichkeiten der Nachbarschaftshilfen.

| Isabelle Kocher

Im Alter fallen einem vielen Aktivitäten zunehmend schwerer. Was man einst leicht alleine schaffte, geht nun nur noch schwer von der Hand oder nur noch mit Hilfe. Doch nicht alle, die im Alltag auf Hindernisse stoßen und etwas Unterstützung benötigen, benötigen stationäre Pflege. Gerade Senioren, die noch relativ fit sind, sehen häufig keinen Sinn darin, ihr vertrautes Heim zu verlassen und in ein teures Altersheim zu ziehen. Um diesen Umzug noch eine Weile aufzuschieben, kann man in der eigenen Nachbarschaft Unterstützung suchen und mit den Anwohnern Tauschringe organisieren.

Nachbarschaftshilfe vs. Schwarzarbeit

In einer gut funktionierenden Nachbarschaft ergibt sich eine einfache Nachbarschaftshilfe in der Regel von selbst. Durch die räumliche Nähe und das jahrelange Miteinander entsteht häufig eine Vertrauensbasis mit Person von nebenan und in manchen Fällen sogar eine Freundschaft.

Im Alter kann man nun von diesem Zusammenhalt profitieren und um gelegentliche Unterstützung bitten. Teilweise bieten Nachbarn sogar ihre Hilfe von selbst an, wenn sie merken, dass Ihnen die alltäglichen Dinge nicht mehr so leicht fallen. Manche helfen dann im Haushalt, bei der Gartenarbeit oder kaufen für Sie mit ein. Wenn ihre Nachbarn Ihnen freiwillig ihre Hilfe anbieten, ist es jedoch wichtig sie nicht zu überlasten und ihnen klare Aufgaben aufzutragen, die sie bewältigen können.

Sind in Ihrer Nachbarschaft noch nicht alle Bewohner so gut miteinander vertraut, gibt es ebenfalls Möglichkeiten diese Kontakte anzuregen. Ein erster Schritt ist dabei immer eine freundliche Begrüßung, wenn man sich auf der Straße oder im Flur begegnet, aus welcher sich dann ein Gespräch entwickeln kann. Nach einigen Gesprächen zwischen Tür und Angel, kann zum Beispiel eine Einladung zum Grillen ausgesprochen werden, um den Nachbarn besser kennen zu lernen.

Auch Nachbarschaftsfeste zu organisieren, ist immer eine gute Idee, um gleich mehrere Familien aus der Straße kennen zu lernen. Egal ob dieses Fest in einem Hinterhof, einem Garten oder in der Straße stattfindet, über eine Feier freuen sich eigentlich die meisten und es ist die ideale Gelegenheit seine Hausgenossen oder Mitmenschen besser kennen zu lernen.

Die Grenze zwischen Nachbarschaftshilfe und Schwarzarbeit wird wie folgt definiert:

  • Dienst- oder Werkleistungen, die von Angehörigen im Sinne des § 15 Abgabenordnung (AO) oder Lebenspartnern,
  • aus Gefälligkeit,
  • im Wege der Nachbarschaftshilfe oder
  • im Wege der Selbsthilfe


erbracht werden, gelten nach § 1 Abs. 4 Satz 1 Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetz (SchwarzArbG) nicht als Schwarzarbeit, wenn sie nicht nachhaltig auf Gewinn gerichtet erbracht werden.

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Ein gemeinsam organisiertes Fest kann die Nachbarschaft zusammen bringen (Quelle: https://pixabay.com/de/seifenblasen-gro%C3%9F-mensch-bunt-937270/)

Nachbarschaftshilfen ins Leben rufen

Um neben dem Pflegedienst zusätzliche Hilfe zu erhalten, kann man hilfsbereite Nachbarn auf die eigene Situation ansprechen und sie um etwas Unterstützung bitten. Wem dieser direkte Weg unangenehm ist oder wer in seiner Nachbarschaft niemanden kennt, den er um so etwas bitte könnte, kann sich auch an den örtlichen Wohlfahrtsverband, Seniorenberatungsstellen oder die Stadt- bzw. Gemeindeverwaltung wenden. Fast alle Kirchengemeinden bieten außerdem Besuchsdienste an, bei denen hilfsbereite Menschen angeleitet werden, um kranke oder ältere Menschen zu betreuen oder sich für eine gewisse Zeit um diese zu kümmern.

Wer umgedreht nach Möglichkeiten sucht sich sozial zu engagieren, kann sich neben den oben genannten Stellen auch an Freiwilligenagenturen, Seniorenbüros oder Mehrgenerationenhäuser wenden. All diese Anlaufstellen für soziales Engagement der Bürger beraten, vermitteln und begleiten die freiwilligen Helfer gerne.

Was sind Tauschringe?

Tauschringe stellen eine spezielle Form der Nachbarschaftshilfe dar. In Deutschland gibt es etwa 220 von ihnen mit ca. 20.000 Teilnehmern. Diese Tauschringe sind meistens lokal gebunden und setzten sich aus einer Gruppe von Menschen zusammen, die sich gegenseitig helfen und unterstützen. In diesen Zirkeln können sowohl Waren als auch Dienstleistungen miteinander getauscht werden.

Das bedeutet, dass man in Tauschringen einerseits seine eigene Unterstützung anbieten kann, andererseits jedoch auch die Hilfe anderer in Anspruch nehmen kann. Ein Beispiel dafür wäre zum Beispiel Hilfe am Computer gegen Gartenarbeit zu tauschen.

Man kann dabei, abhängig von den eigenen Talenten und Fähigkeiten, Hilfe im Alltag anbieten und gleichzeitig Hilfe aus dem Bereich erhalten, in dem man mit seinem Kenntnissen oder Kräften an Grenzen stößt. Dabei gibt es die Möglichkeit entweder selbst eine Talent- oder Tauschbörse in der Nachbarschaft ins Leben zu rufen oder sich online über Tauschringe in der Region zu erkundigen.

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Bei einem Tauschring können viele Menschen voneinander profitieren. (Quelle: eigene Darstellung)

Nachbarschaftshelfer im Einsatz

Nachbarschaftshilfe kann Senioren bei alltäglichen Dingen helfen. Sie kann Senioren im Haushalt unterstützen, Botengänge für sie erledigen oder teilweise sogar mit der Pflege beauftragt werden. Gerade Demenzkranken können Nachbarn helfen und ihnen zum Beispiel vorlesen, mit ihnen spazieren gehen oder Einkäufe für sie erledigen.

In Deutschland engagiert sich derzeit jeder Dritte über 14 Jahre freiwillig. Durch dieses große soziale Engagement unserer Mitbürger stellen auch Nachbarschaftshilfen einen Teil des Solidarmodelles dar. Die Pflegekasse hat dies erkannt und gewährt nun den Nachbarschaftshelfern eine finanzielle Entschädigung für ihre Mühen von bis zu 10,00 € die Stunde bzw. bis zu 200,00 € im Monat.

Bislang können diese Entlohnung nur Pfleger in Sachsen erhalten, wenn sie nicht mit dem Senioren im gleichen Haus wohnen oder mit ihnen verwandt sind. Außerdem dürfen diese bezahlten Nachbarschaftshelfer nur zwei Menschen betreuen und müssen an speziellen Pflegekursen dafür teilnehmen. Dieses neue System soll den Mangel professioneller Pflegekräfte ausgleichen und gleichzeitig Senioren Unterstützung aus ihrem sozialen Umfeld zukommen lassen.

Anbieter für Nachbarschaftshilfe

In der folgenden Tabelle finden Sie Kontakte zu Anbietern von Nachbarschaftshilfe.

AnbieterKontakt
nebenan.deInternet: www.nebenan.de
Bundesfamilienministerium

Internet: www.zuhause-im-alter.de

 

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