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5 Dinge, die die meisten Sterbenden bereuen

Eine australische Pflegerin hat Sterbende begleitet und ein Buch veröffentlicht über die Dinge, die alle von ihnen bereuen. Mehr dazu im folgenden Artikel.

Erst, wenn das Leben sich dem Ende neigt, wird vielen Menschen klar, was sie verpasst haben. Zu diesem Thema veröffentlichte die australische Palliativkrankenschwester Bronnie Ware (* 15. Februar 1967) zunächst einen Blogeintrag mit dem Titel „The Top Five Regrets of the Dying“ („5 Dinge, die Sterbende am meisten bereuen“). Dieser wurde vielfach verbreitet und erreichte innerhalb eines Jahres mehr als drei Millionen Leser. 2011 erschien ihr Sachbuch mit dem gleichen Titel und entwickelte sich zu einem Bestseller. Es wurde in 27 Sprachen übersetzt. Die deutsche Übersetzung erschien im März 2013 unter dem Titel „5 Dinge, die Sterbende am meisten bereuen“. Das Buch wurde größtenteils von jungen Menschen gekauft, gelesen und empfohlen, jedoch ist es meiner Meinung nach ebenso aktuell für ältere Menschen und Senioren. Da es nie zu spät ist, sein Leben so auszufüllen, wie man es selbst gern möchte.

Das erstaunliche an ihren Erfahrungen ist, dass diese fünf Dinge von allen Befragten genannt wurden und es sich dabei um keinerlei materiellen Wünsche wie Reichtum oder Wohlstand handelte. Ebenso betrafen sie nicht die großen unerfüllten Träume wie beispielsweise ein Eigenheim oder eine Reise um die Welt, sondern in erster Linie die unerfüllten, zwischenmenschlichen Dinge.

Freunde, Sonnenuntergang, 3p
Erst wenn sich das Leben dem Ende neigt, blickt man auf seine Erlebnisse zurück. (Quelle: © Films42 - Pixabay.com)

Platz 5: „Ich wünschte, ich hätte mir erlaubt, glücklicher zu sein.“

Glücklichsein ist eine persönliche Entscheidung. Zu oft bleibt man jedoch in seinen eingefahrenen Mustern und Gewohnheiten stecken und vergisst dabei, was glücklich macht. Oft wird man von der Angst vor dem Unbekannten, dem Neuen und der Veränderung so gelähmt, das man sich nicht traut die bereits bewanderten Pfade zu verlassen und auf Entdeckungsreise zu gehen. Man gaukelt sich eine Illusion von Glück vor, ohne diese wirklich zu hinterfragen, obwohl, man sich im tiefsten Inneren danach sehnt von Herzen zu lachen und wieder echten Spaß in sein Leben zu lassen.

Platz 4: „Ich wünschte, ich hätte den Kontakt zu meinen Freunden gepflegt.“

Vielen von Wares Patienten wurde erst in ihren letzten Wochen bewusst, wie wertvoll Freundschaften sind. Jedoch waren sie so sehr von ihrem Leben eingespannt, dass sie ihre Freunde einfach vernachlässigt oder sogar ganz aus den Augen verloren. An diesem Punkt war es allerdings teilweise unmöglich, jene alten Freunde der Sterbenden ausfindig zu machen, um sie noch einmal zu sehen. Die Pflegerin erklärt in ihrem Buch, dass jeder Sterbende seine früheren Freunde vermisst.

Platz 3: „Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, meine Gefühle auszudrücken.“

Meist ist es einfacher, seine Gefühle zu unterdrücken, um die Harmonie aufrechtzuerhalten. Dies führt jedoch, laut der Palliativkrankenschwester, zu einem Leben, in dem sich Sterbende mit einem mittelmäßigen Dasein zufrieden gaben und sich nicht zu dem Menschen entwickeln konnten, der sie wirklich sein wollten. Im Endeffekt hat man so allerdings niemals richtig gelebt und sich selbst zum Ausdruck gebracht, sondern ausschließlich auf seine Umwelt reagiert, anstatt aktiv zu agieren. Man hat ein Leben voller unfreiwilliger Kompromisse geführt und ist nie wirklich dort angekommen, wo man hinwollte. Ihrer Meinung nach sind viele Krankenheiten auch auf diese Verbitterung und Unzufriedenheit zurückzuführen.

Platz 2: „Ich wünschte, ich hätte nicht so hart gearbeitet.“

Viel Arbeit trägt vielleicht für eine bessere Vorsorge für die Zukunft bei und oft möchte man seiner Familie ein sorgenfreies Leben bereiten. Was dabei jedoch auf oft auf der Strecke bleibt, ist die Familie an sich, da man diese schlussendlich vernachlässigt. Somit nimmt man kaum noch Anteil am Aufwachsen der Kinder, man versucht am Abend noch am Leben der Kleinen teilzuhaben. Am Ende des Lebens bemerkt man jedoch, was und vor allem wer wichtig im Leben ist. Man denkt voller Schmerz daran zurück, wieviel Zeit man verschwendet hat, die man lieber mit seinen Liebsten hätten verbringen wollen.

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Von einer Weltreise träumen viele Menschen, jedoch bereuen sie am Ende ihres Lebens nicht, sie nicht bestritten zu haben. (Quelle: © stokpic - Pixabay.com)

Platz 1: „Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, mein Leben nach meinen Vorstellungen zu leben und nicht nach den Vorstellungen der anderen.“

Diesen Gedanken haben leider viele Menschen, wenn sie sterben. Am Lebensende blickt man zurück und zieht eine Bilanz. Habe ich alles erreicht, was ich wollte? Habe ich etwas ausgelassen? Habe ich gar etwas verpasst? Im Nachhinein lassen sich diese Fragen immer etwas leichter beantworten als mitten im Leben. Dennoch ist es hart, zu der Erkenntnis zu gelangen, dass man seine Träume nicht verwirklicht hat, dass man sich hätte anders entscheiden können und müssen.

„Jeder sollte seinem Herzen folgen. Und mit großen Schritten auf seine Träume zugehen. Irgendwann ist es zu spät und man hat nur dieses eine Leben.“

Abschließend ist zu sagen, dass wir das Glück haben geboren zu werden und nur wir allein die Macht haben zu bestimmen was wir aus diesem Geschenk machen. Das Traurige daran ist, das uns der wahre Wert des Lebens oftmals er zu spät bewusst wird, nämlich, wenn das Leben sich dem Ende nähert. Passend hierzu sagte der leider viel zu frühverstorbende Professor für Informatik und Miterfinder der Google-Benutzeroberfläche Randy Pausch (* 23. Oktober 1960 in Baltimore, Maryland; † 25. Juli 2008 in Chesapeake, Virginia) in seiner legendären letzten Vorlesung den treffenden Satz "Auf unserem Sterbebett werden wir nicht die Dinge bereuen, die wir getan haben - sondern die Dinge, die wir nicht getan haben“, den man sich meiner Meinung nach im Hinblick auf ein erfülltes und glückliches Leben vor Augen halten sollte.

Wenn Sie Fragen oder Anregungen zu diesem Thema haben sollten, hinterlassen Sie einen Kommentar unter diesem Beitrag. Wir werden diese aufgreifen und in weiteren Artikeln behandeln.


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Profilbild von Kevin Jung

Kevin Jung hat an der Bauhaus-Universität Weimar studiert. Sein Studiengang war die Medieninformatik. Seine Hobbys sind in den Bereichen Technik, Lesen und Kochen angesiedelt.


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