Lattenrost einstellen | richtig | Seitenschläfer | Bauchschläfer | Rückenschläfer | Härte

Lattenrost richtig einstellen: So liegen Seiten-, Rücken- & Bauchschläfer am besten

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(Quelle: © animaflora - Fotolia)

So wird der Lattenrost richtig eingestellt. Tipps, wie Seitenschläfer, Bauchschläfer und Rückenschläfer die Härte der Unterfederung einstellen sollten, damit sie erholsam schlafen. Elektrische Lattenroste steigern den Komfort.

Ein Lattenrost soll die Matratze so unterfedern, dass die Wirbelsäule ihre natürliche Doppel-S-Form auch im Liegen behält. Auf diese Weise wird die Wirbelsäule entlastet und kann entspannen. Eine korrekte Liegeposition wirkt sich aber auch auf andere Regionen unseres Körpers aus. So kann beispielsweise die Muskulatur sich von den Strapazen der alltäglichen Belastungen erholen. Und auch für die Bandscheiben ist die richtige Schlaflage wichtig. Sie saugen sich im Liegen förmlich mit Flüssigkeit voll, die sie während ihrer alltäglichen „Arbeit“ verlieren. All das beugt Verspannungen vor und fördert so unser Wohlbefinden.

Die zweite wichtige Funktion des Lattenrostes ist die Belüftung der Matratze. Über Nacht verlieren wir über den Schweiß bis zu einem halben Liter Flüssigkeit, wovon ein beträchtlicher Teil in die Matratze gelangt. Würde der Lattenrost keine Luft an die Matratze lassen, könnte sich dort Schimmel bilden.

Härte einstellen

Haben Sie schon einmal den Lattenrost von Ihrem Bett genauer angeschaut? Handelsüblich sind zwei unterschiedliche Systeme, die schon im Namen erkennen lassen, wie sie aufgebaut sind: das Lattensystem und das Tellersystem. Für beide gibt es zudem noch Variationen, mit denen verschiedene Eigenschaften einhergehen.

Lattenrost mit Leisten

Grundsätzlich gibt es zwei Varianten, die auf dem Markt erhältlich sind. Das „Doppellat-System“, bei dem zwei Leisten miteinander verbunden sind, und das „Trilat-System“, bei dem drei Leisten im Verbund sind. Die Härte lässt sich bei beiden über Schieberegler einstellen, die sich auf den Leisten entlang schieben lassen. Im Fachhandel spricht man beim Doppellat-System von O-Schiebern und beim Trilat-System von T-Schiebern. Auch hier ist die Form namensgebend.

Das Doppellat-System ist so aufgebaut, dass die Latten härter federn, wenn die Regler weit auseinander stehen. Soll der Lattenrost weich abfedern, müssen die Regler zusammengeschoben werden. Beim Trilat-System funktioniert es genau umgekehrt. Je weiter die Regler in der Mitte stehen, desto härter ist der Lattenrost eingestellt. Zieht man sie auseinander, federn die Leisten weicher ab.

Damit die Schieberegler nicht verrutschen, sollten sie festgemacht werden. Einige Hersteller haben dafür Arretierungsmechanismen entwickelt. Fehlt eine solche Funktion, kann dafür auch Klebeband verwendet werden.

 

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Lattenrost-Systeme: Doppellat & Trilat (Quelle: eigene Darstellung)

Lattenrost mit Tellern

Statt Leisten werden hier tellerförmige Halterungen für den Lattenrost verbaut. Auch hier gibt es mehrere Variationen, die auf dem Markt erhältlich sind.

  • Tellerlattenrost mit starrer Aufhängung
  • Federlattenrost mit Telleraufsätzen
  • Verstellbarer Tellerlattenrost
  • Zonen-Lattenrost mit Telleraufsätzen

Üblicherweise lässt sich die Härte bei allen Varianten einstellen, in dem die Teller in die entsprechende Richtung gedreht werden. Bei einigen Fabrikaten funktioniert dies mit Schrauben unter den Tellern.

In diesem Video finden Sie Tipps, wie ein Lattenrost richtig eingestellt wird:

Generell gilt, dass ein Lattenrost möglichst hart eingestellt werden sollte. Berücksichtigen Sie dabei aber auch immer, wie die darüber liegende Matratze sich verhält. Beides muss aufeinander abgestimmt sein, um die optimale Liegeposition zu erhalten. Nach Meinung einiger Schlafexperten gibt es für Seiten-, Rücken- und Bauchschläfer unterschiedliche Anforderungen an Lattenrost und Matratze. Ziel aller möglichen Einstellungen sollte es aber immer sein, dass die Wirbelsäule im Liegen so gestützt wird, dass sie ihre doppelte S-Form behält.

Lattenrost für Seiten-, Rücken- & Bauchschläfer einstellen

Unsere Schlafposition wählen wir unbewusst. Dabei verharren die meisten von uns nur beim Einschlafen in der gleichen Lage. Während des Schlafs drehen wir uns mehrfach um und wechseln die Position. Der Fachhandel hat sich dennoch auf bestimmte Schlafpositionen spezialisiert und bietet entsprechende Matratzen, Kissen und auch Lattenroste an. Letztere können zusätzlich noch an die Körperlage angepasst werden.

 

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Die meisten Menschen sind Seitenschläfer. (Quelle: © Rido - Fotolia)

 

Seitenschläfer

Die meisten Menschen schlafen auf der Seite ein. Dabei liegen sie oft in der Embryonalstellung und haben die Beine angezogen. Für sie wird empfohlen, den Lattenrost im Schulter- und Beckenbereich weich einzustellen. So sinken beide Körperpartien in Matratze und Lattenrost ein. Der Bereich, auf dem die Lendenlordose liegt, soll hingegen gestützt werden. Also stellt man ihn möglichst hart ein. Bei den Fersen sollte es wiederrum weich sein. So liegt die Wirbelsäule in einer durchgehend geraden Linie.

Bei einem Doppellat-System können die Regler so verschoben werden, dass sie eine V-Form bilden. Oben, im Schulterbereich, sollten die Schieber jedoch leicht eingerückt sein. Das „V“ ist also nach oben etwas geschlossen. Damit ist der Bereich etwas weicher gefedert. An der Lordose sind die Regler weit auseinander gezogen und rücken, je weiter es nach unten geht, immer enger zusammen. Beim Trilat-System sollte dieses „V“ auf dem Kopf stehend eingestellt sein.

Bauchschläfer

Auf dem Bauch ein- und durchschlafen birgt vor allem für den Rücken Gesundheitsrisiken, denn bei Bauchschläfern hängt die Wirbelsäule durch, wenn sie nicht ausreichend gestützt wird. Auf diese Weise drückt sie von oben auch auf die vor ihr liegenden Organe. Wer schnarcht, kann auf dem Bauch liegend gefährliche Atemaussetzer bekommen.

Für Matratze und Lattenrost gilt, dass sie für Rückenschläfer möglichst hart sein sollen. Damen, die eine ausgeprägte Oberweite haben, können in diesem Bereich den Lattenrost jedoch weicher einstellen. So sinkt die Brust in die Matratze ein und es bildet sich kein „Buckel“ am Rücken. Gleiches gilt auch für Herren, die etwas beleibter in der Bauchgegend sind. Hier kann die Federung des Lattenrostes etwas weicher eingestellt werden.

Rückenschläfer

Wer auf dem Rücken einschläft, für den gilt im Prinzip das Gleiche wie für Seitenschläfer. Die Schieber im Doppellat-System können in V-Form eingestellt werden. Wobei der Schulterbereich keine Federung braucht und daher auch hart bleiben kann.

Generell gilt für alle Schlaf-Typen, dass das Kopfteil flach eingestellt werden sollte. Ist es zu hoch, wird der Nackenwirbel-Bereich abgeknickt und schmerzhafte Verspannungen können die Folge sein.

Stiftung Warentest sieht Markt für Lattenroste kritisch

Die Tester der Stiftung Wartentest haben 2015 zehn Lattenroste auf ihre Liegeeigenschaft geprüft. Sie kamen dabei zu einem vernichtenden Urteil. Keiner der getesteten Lattenroste kam über die Note „ausreichend“ hinaus. Die Tester empfohlen am Ende gar, dass man lieber selber eine Bettunterlage bauen solle, da die getesteten Lattenroste die Liegeeigenschaften von Matratzen verschlechterten.

Vertreter der Branche und einige Schlafexperten gewinnen diesem Urteil jedoch nichts ab. Sie sehen durchaus einen gesteigerten Liegekomfort, wenn Matratze und Lattenrost aufeinander abgestimmt sind.

 

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Braucht ein Bett wirklich einen teuren Lattenrost? (Quelle: deepvalley - Fotolia)

Elektrische Lattenroste sind komfortabel

Das Bett soll ausschließlich der Ort sein, an dem wir schlafen. Doch es ranken auch viele Mythen über den gesunden Schlaf, die sich bei näherer Betrachtung als Unsinn herausstellen. Manch einer mag es eben, dass er am Morgen im Bett frühstückt und dabei Fernsehen schaut. Dabei möchte man es dann auch gemütlich haben und möglichst unangestrengt im Bett sitzen. Bei mechanisch einstellbaren Lattenrosten braucht es dann etwas Kraft, um das Kopfteil steil anzustellen.

Sehr viel komfortabler und einfacher sind elektrisch verstellbare Lattenrost-Systeme. Per Knopfdruck können sie in die gewünschte Position gebracht werden. Solche Betten kennt man aus Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen. Dort steht nicht nur der Komfort im Vordergrund, sondern die funktional erleichterte Möglichkeit aus dem Bett zu steigen. Der gesamte Lattenrost kann stufenlos hochgefahren werden, wodurch es weniger Kraft beim Aussteigen braucht.

Die Leisten der elektrischen Systeme können wie bei normalen Lattenrosten für jeden Bereich mehr oder weniger hart eingestellt werden. Moderne Modelle haben eine Fernbedienung, über die alle Funktionen gesteuert werden können. Zudem unterbricht ein Netzfreischalter die Stromzufuhr, wenn der Lattenrost still steht. So soll laut der Hersteller kein Elektro-Smog entstehen.

Die Preisspanne für solche elektrischen Lattenroste beginnt im Fachhandel bei 300 Euro und geht bis über 1.000 Euro. In einer Netzrecherche haben wir ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis beim Online-Shop von betten.de gefunden. Der Onlinehändler hat seinen Sitz im baden-württembergischen Heubach.


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Profilbild von Steffen Gottschling

Steffen Gottschling (Jg. 1978) lebt und arbeitet in Erfurt. Seit 2012 ist er in der Medienbranche tätig. Hier sammelte er Erfahrungen in der Redaktion von Radio F.R.E.I. und arbeitete als Journalist in der Online-Redaktion der Thüringer Allgemeine. Für ...


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