Granny-Aupair | Was tun gegen Einsamkeit im Alter

Als Granny-Aupair aus der Einsamkeit im Alter

Bild zum Artikel: Granny-Aupair | Was tun gegen Einsamkeit im Alter
(Quelle: Patricia Klamt)

Einsamkeit stellt ein wachsendes Problem in unserer Gesellschaft dar. Auch ältere Leute gehören oft zu den Betroffenen. Der folgende Artikel berichtet von der Entstehung bis hin zu möglichen Lösungen.

43 % der älteren Bevölkerungsschicht fühlen sich einsam. Nur jeder Fünfte von ihnen lebt tatsächlich allein. Ein schlagendes Herz in unmittelbarer Nähe reicht eben nicht aus, auch wenn ein Zitat aus Irland besagt, dass allein sein immer noch besser wäre als schlechte Gesellschaft. Doch den ohnehin schon Einsamen wird diese Erkenntnis nicht weiterhelfen. Gute Gesellschaft zu genießen, ist ein Grundbedürfnis der Menschen - fehlt sie uns, kann das sogar krank machen.

Gründe für Einsamkeit

Dr. Oliver Huxhold, Mitarbeiter am Zentrum für Altersfragen in Berlin, zählt drei ausschlaggebende Punkte bei der Frage nach der Entstehung von Einsamkeit auf. Zum einen komme es zu Problemen, wenn ein Partner stirbt, kein Nachwuchs vorhanden sei und man mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen habe.

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Trauer und Einsamkeit, nachdem der Partner verstorben ist. (Quelle: zinkevych - Fotolia)

Außerdem liege in Deutschland der Schwerpunkt der Fürsorge beim physischen Wohl, soziale Probleme würden dabei vernachlässigt. Selbst Pflegekräfte können ein Defizit an Gesellschaft kaum ausgleichen. Die Zeit fehlt und selbst, wenn ein paar Minuten für Smalltalk übrig sind, bleibt der bittere Beigeschmack der Gewissheit, dass hier nur jemand seinen Job macht. 

Der abnehmende Respekt der Gesellschaft vor älteren Menschen ist ein weiterer Aspekt, der auch zur Einsamkeit führen kann. Zu anderen Zeiten wurde das Alter verehrt, heute ist das nicht mehr unbedingt so. Bereits in der Jugend fürchten wir uns vor den Begleiterscheinungen des Alterns und wollen sie möglichst weit von uns wegschieben. Mit Schönheitsoperationen, jeder Menge Make-up und Wundermitteln in spe sagen wir nachlassendem Bindegewebe den Kampf an. Dementsprechend gering ist die Aufmerksamkeit, die wir der älteren Bevölkerungsschicht entgegenbringen. Wir wollen nicht sehen, was uns noch bevorsteht. Doch ist die Aussicht wirklich so schlecht? Im besten Fall ist das Alter eng verbunden mit einer Lebenserfahrung, die man mit 20 noch nicht haben kann. Dazu zählt eine bessere Menschenkenntnis und die Fähigkeit, diese anzuwenden. Hinzu kommt das „Mehr“ an Zeit, das die Älteren uns voraushaben. Das schafft die Möglichkeit, Jüngere auch zu entlasten.

Au-Pair für Senioren, Wohnprojekte und Ehrenämter

Die Organisation "Granny Aupair" hat sich im Detail auf den Auslands-Austausch von Senioren spezialisiert. Hier kann man Familien Unterstützung bieten und wird gebraucht. Weitere Informationen hierfür finden Sie in diesem Video:

Andere Angebote wie House-Sitting finden sich auch auf Seiten der Anbieter. Wem das zu weit weg ist, um ein gesellschaftlich erfüllteres Leben zu genießen, kann sich auch einem Wohnprojekt anschließen. Schon jetzt gibt es in Deutschland Ortsteile nach dem Vorbild von Sun City, eine Stadt in Arizona/USA, die 1960 gegründet wurde. In Sun City werden Menschen willkommen geheißen, die über 55 Jahre alt und kinderfrei sind. 40.000 Einwohner zählt Sun City bereits. Das kleiner angelegte, deutsche Pendant findet sich in Meppen/Niedersachsen.

Dort gibt es ein auf Senioren und ihre Bedürfnisse ausgelegtes Stadtviertel. Um hier Einzug zu halten, sollte man fünf Jahre mehr auf dem Buckel haben als die amerikanischen Kollegen und bereits in Rente sein. Dafür ist jeder der 90-qm²-Bungalows, in den die Senioren dort wohnen, ebenerdig und komplett barrierefrei. Bei einem Kaufpreis zwischen 120.000 und 180.000 EUR bekommt man bei Bedarf noch Helfer zur leichteren Bewältigung des Alltags zur Seite gestellt. Auch hierfür bietet das folgende Video weitere Informationen:

Die Fitteren unter Ihnen können sich auch einem Ehrenamt widmen. Birgit Mai, Mitarbeiterin im Sozialdienst bei der Arbeiterwohlfahrt, sagt, dass ältere Menschen so eine Lücke schließen könnten, die durch den Ruhestand entstehen könne. Altersmäßig seien sie näher an den Senioren dran und hätten durch die Pflege an ihren Eltern auch mehr Erfahrung als Jüngere. In wohltätigen Einrichtungen finden sich eine Menge Betätigungsfelder, bei denen man nebenbei auch noch was für das eigene Wohlbefinden tun kann. Vorlesen für Senioren oder Kinder, gemeinsame Spaziergänge oder Reisen, die den Horizont erweitern.

Es gibt eine ganze Reihe von Alternativen zur Einsamkeit. Für manche braucht man Geld, für wieder andere keinen Cent. Kaum einer ist gezwungen, Zuhause zu sitzen, um auf Rettung zu warten. Sicher wird der ein oder andere hart mit sich ins Gericht gehen müssen, um sich mit einer dieser Methoden aus einem zum Alltag gewordenen Sumpf aus Einsamkeit freizukämpfen. Doch musste nicht jeder von uns schon einmal über seinen Schatten springen? Wenn Sie sich erinnern, wissen Sie sicher auch noch, wie befreiend und kraftschenkend solche Augenblicke waren. Ich wünsche Ihnen viel Glück.

 


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Maria Hutmacher ist seit anfang 2014 Mitglied unserer Ratgeber-Community von basenio.de und schreibt vorwiegend über soziale sowie politische Themen. Maria Hutmacher stammt aus einer Kleinstadt in Thüringen und lebt seit einigen Jahren in Erfurt. Neben Ihrer ...


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