Alt werden | Wie

Was bedeutet alt werden in der heutigen Gesellschaft?

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Alt werden oder das Älterwerden hat verschiedene Einflüsse auf unser alltägliches Leben. Was bedeutet jedoch das Altwerden in unserer heutigen Gesellschaft? Wie gehen wir damit um und welche Chancen bietet uns dies?

Wieso eigentlich alt werden?

Wir sind schon alt, wenn wir auf die Welt kommen. Zumindest glauben das die Hindus und Buddhisten. Wir waren schon mal da? Oft hört man von den Senioren dann: "Schreckliche Vorstellung!" oder auch "Lieber nicht noch mal!" Wer mag es ihnen verdenken, denn sie haben ja manchmal schon die 70 überschritten, und befinden sich angeblich im letzten Lebensdrittel. Von wegen, wir werden immer älter! Studien belegen immer etwas, doch Ausnahmen bestätigen die Regel, wenn ich die Reihen auf unserem Friedhof abschreite. Da liegen Ernst geb. 1902 und Veronika geb. 1967 schon mal nebeneinander. Die Ursachen hierfür sind vielfältig und nicht unbedingt darauf zurückzuführen, dass jemand alt wurde. Leider ist Altwerden in der Gesellschaft oft mit unschönen Bildern verknüpft, verstärkt durch Werbung und Co. Falten, Brille, graue Haare, Haarverlust, Hörgerät, Zahnersatz, Vorsorgeuntersuchungen und auch der Stock, der für Stürze sorgen soll, aber oft eher hinderlicher ist, als helfend. Gerade Rolli oder Stock werden von den meisten für das Schlimmste im Alter gehalten. Denn damit ist es offensichtlich, Symbole des Alters eben.

So interpretiert zum Beispiel der Komödiant Rüdiger Hoffmann das Älter werden:

 

Wie gehen wir mit dem "Altwerden" um?

Beginnend mit der Geburt ist es genetisch so festgelegt, dass wir 70, 80, 90 und ein paar wenige sogar über 100 Jahre alt werden, beeinflussbar einzig durch uns selbst und unsere Lebensweise. Ist es ein Fluch, alt zu werden? Grundlegend nicht, wird dem Alter doch auch Weisheit zugesprochen! Trotzdem empfinden es viele so. Altwerden geht einher mit dem Verfall unserer Hülle und diese ist nun mal anfällig auf Umwelteinflüsse, Stress, Unfälle, Viren, Bakterien oder anderen Krankheiten. Wir haben also die Wahl, gesund zu altern oder aber nach und nach immer kränker zu werden. Ärzte sagen uns, wann wir zu alt sind für den Garten, schweres Heben oder das Autofahren. Machen es nicht die Ärzte, sind es die lieben Verwandten, die es "gut" mit uns meinen und manchmal haben sie sogar Recht damit, wenn wir uns übernehmen, um zu zeigen, dass man noch was leisten kann. Manche überleben ihre Ärzte und sogar die Verwandten, wenn der Lebenswille im Alter ungebremst bleibt, man sich von der Werbung nicht wirr machen lässt, die einem sagt, wie Gesund im Alter aussehen sollte.

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Alt werden als Fluch? Warum soll das so sein? (Quelle: © Robert Kneschke - Fotolia)

Bedeutet Rente gleich "Altsein"?

Zu erkennen gilt, wir haben im Alter viel mehr Freiheiten. Leider ist der Mensch nie zufrieden. Dennoch etwas Gravierendes kommt im Alter wie ein Damoklesschwert auf uns zu - die Rente! Für die heutige Generation wird es vielleicht einst ein Fremdwort aus längst vergangen Tagen sein, andere kommen noch in den Genuss. Doch nicht jeder, der die Rente erreicht, ist auch glücklich damit. Viele leiden mächtig unter diesem Umstand und kein anderer als Vicko von Bühlow alias Loriot brachte es in Pappa ante Portas so schön auf den Punkt: "Mein Name ist Lohse. Ich kaufe hier ein. Man sagt diesem Volk, dass das Renteneintrittsalter schrittweise auf 67 angehoben werden muss, weil diese wunderbare Pyramide, die man uns mal in den 60ern erklärte, nicht mehr da sei. Sie ist wie ein Stumpf, der unausweichlich zu kippen droht, weil diverse Entscheider meinten, die Renten seien sicher. Aber was bedeutet die Rente eigentlich? Ist es das Zeichen, dass man jetzt alt ist? Wenn also jemand mit Abzügen oder EU-Rente weit vor 67 in das Heer der Freizeit habenden eintritt, ist er dann auch schon alt oder nur älter und leider schon krank? Und überhaupt, ist alt gleich krank?

Wohin mit der ganzen Zeit?

Im Alter geht für viele manches schneller, vor allem ist es die Zeit. Subjektive Empfindung? Wir hasten durch den Tag, Termine, Verabredungen und dann dieser Erfolgsdruck von allen Seiten. Kommt dann die Rente (wohlverdient oder auch viel zu früh), fällt all das weg. Wir haben vor allem eines - Zeit! Sie ist grundsätzlich das kostbarste Gut, was wir haben! Wie kann sie gefüllt werden? Welche Rollen fallen jetzt auf uns zu? Wie gehen wir damit um? Wie geht die Gesellschaft damit um? Können die Jungen vom Wissen der Alten profitieren? Ich sage eindeutig ja! Enkel werden das zu 90 % so sehen, denn Opa ist der Beste! Draußen sieht es anders aus. Die Oma, die nicht schnell genug ist, der Opa der nervt, weil er eben jetzt Zeit hat, Leute zu beobachten, zeigen dieser Gesellschaft, dass Altwerden eine Belastung ist.

Wirklich? Hat das Altwerden nicht auch seine Vorzüge, wie mehr Zeit für sich zu haben, den Partner, das Hobby, die Nachbarn, Freunde und nicht zuletzt für die ganze Familie? Grundsätzlich ja, aber etwas hat sich verändert, nämlich die Gesellschaft. Da gibt es diesen Jugendwahn. Mit Tübchen und Tiegelchen voller Omega Q 10 und Krillöl wird versucht, das Unausweichliche aufzuhalten. Da wird gebotoxt, dass sich die Lippen biegen, da wird abgesaugt und gelasert, wie noch nie zuvor auf dieser Welt voller Eitelkeiten und scheinbarer Schönheiten. Eine Milliardenindustrie für die Alten. Viagra für den Mann und für die Frau die Rundumerneuerung im Gesicht. Rentner flitzen im Fitnessstudio umher, wandern mit Stöcken auf die höchsten Berge und machen eine Kreuzfahrt.

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Alt werden heißt auch, dass man mehr Zeit für sich und seine Liebsten hat. (Quelle: © Rido - Fotolia)

Welche negativen Umstände kommen auf?

Altwerden geht allerdings für ca. 60 % mit noch einem Umstand einher, nämlich weniger Geld zu haben dazu kommt (Altersarmut in Deutschland), dass man oft allein ist! Kollegen sind nicht mehr da, vielleicht sind die Nachbarn alle viel jünger und dann diese Angst vor so ziemlich allem, was da im Fernsehen gezeigt wird. Alleinsein kommt leider auch dann, wenn das so ziemlich Schlimmste im Leben passiert, der Partner stirbt. Beide Seiten verdrängen diesen fernen Tag so lange, bis einer erkrankt oder plötzlich stirbt. Keiner von uns will der Letzte sein und nicht jeder verliebt sich im Alter noch mal so romantisch wie diverse Hollywoodgrößen. Es fehlt der Mut, für den Neuanfang, denn nicht selten war man sehr lange mit einem Menschen zusammen und der ist nicht einfach ersetzbar. Plötzlich ist man im Alltag alleine, Behördengänge, Post, einkaufen, kochen, Arzt, alles, was man bisher zu zweit machte, ist nun lästig und nur noch eine Pflicht. Dann wird der Friedhof schließlich zum Pilgerort. Für manche täglich! Um Trost zu finden, Abschied zu nehmen, sich zu erinnern. Man lebt in der Erinnerung!

All das gehört zum Altwerden dazu und viele Fragen häufen sich, auf die wir hier vielleicht nicht nur eine Antwort finden wollen. Daher bitte ich Sie mir in den Kommentaren unter diesem Beitrag selbst zu schildern, was Sie unter dem Altwerden oder Altsein verbinden. Danke!


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