Was ist Fair Trade | Beispiele | Defintion | Produkte | Angebote

Was ist Fair Trade? Definition und Beispiele für Produkte & Angebote im fairen Handel

Was ist Fair Trade | Beispiele | Defintion | Produkte | Angebote
© Visions-AD - Fotolia

Was ist eigentlich Fair Trade? Man hört und liest es immer mal wieder, doch was steckt eigentlich hinter der Konzept des fairen Handels? Hier finden Sie eine Defintion und ein Beispiel für Fair Trade in Deutschland.

| Basenio Redakteur

Fairtrade kommt ursprünglich aus dem Englischen und steht sowohl für gerechte Arbeitsbedingungen als auch für adäquate Bezahlung. Produkte, die mit einem entsprechenden Zertifikat oder Siegel ausgestattet sind, sprechen sich außerdem vehement gegen Kinderarbeit und Ausbeutung jeglicher Art aus.

Was einst als Modeerscheinung begann, ist mittlerweile ein Qualitätsmerkmal bei Kleidung und Lebensmitteln. Doch was genau steckt eigentlich hinter Fair Trade?

Basenio.de, das Onlineportal für die Generation 50plus, erkundigte sich danach bei "Schneekleidchen und Hosenrot", einem Modehändler aus dem thürinigischen Weimar. Über das Ladengeschäft und den eigenen Onlinshop wird fair gehandelte ökologische Mode für Damen, Herren und Kinder angeboten. 

Was ist Fair Trade?

Menschen mit einem geringen Einkommen oder einer kleinen Rente profitieren von niedrigen Preisen. Viele sind sogar auf spezielle Angebote angewiesen, um finanziell durch den Monat zu kommen. Trotzdem leben wir heutzutage in einer Konsumgesellschaft, in der Kleidung, Lebensmittel oder Luxusgüter wie Smartphones und Tablets möglichst billig sein sollen. Es wird nur oft vergessen, dass ein billiges Produkt auch seinen Preis hat:

  • Arbeiterinnen aus Dritte Welt-Ländern nähen unter unmenschlichen Bedingungen günstige Kleidung.
  • Kleinbauern pflanzen und ernten Quinoa oder Avocado, ohne sich das eigene Anbauprodukt selbst leisten zu können.
  • Tiere werden in kleinen Käfigen gehalten und durch Massentierhaltung gequält, um Fleisch in großer Anzahl zu produzieren.

 

Unternehmen, die sich den Prinzipien des fairen Handels verschrieben haben, arbeiten unter anderem mit der World Fair Trade Organization (WFTO), der Fairtrade International (FLO) oder dem Fair Trade Advocacy Office (FTAO) zusammen. Sie wollen sich für mehr Transparenz und Gerechtigkeit für die Produzenten einsetzen. Das beinhaltet unter anderem folgende Versprechen:

  1. Faire Preise: Kleinbauern, die beispielsweise Baumwolle anpflanzen, erhalten stets einen vorher festgelegten Mindestpreis für ihre erwirtschafteten Güter. Das soll ihnen dabei helfen, eine stabile Lebensgrundlage zu schaffen und unabhängig von Preisschwankungen zu sein. Wenn Sie sich für Fairtrade-Mode entscheiden, helfen Sie außerdem dabei, Kinderarbeit zu verhindern. Denn wenn die Eltern ausreichend Geld verdienen, müssen sie ihre Kinder nicht mehr auf die Plantagen oder in eine Fabrik schicken.
  2. Faire Arbeitsbedingungen: In Deutschland werden Arbeitnehmer durch das Arbeitsschutzgesetz unterstützt. Es soll nicht nur Ausbeutung verhindern, sondern regelt unter anderem auch die Arbeitszeiten. Im Ausland gibt es meistens weder Sicherheitsvorkehrungen noch eine Krankenversicherung. Faire Verträge und angemessene Arbeitszeiten sollen den Arbeitnehmern in armen Ländern als Schutz vor Ausbeutung dienen und ihnen eine stabile Lebensgrundlage bieten.
  3. Mehr Transparenz: Den meisten Konsumenten ist nicht bewusst, unter welchen Bedingungen ihre Produkte entstehen. Ebenso unbekannt ist ihnen, welche Produktionsschritte diese durchlaufen, bevor sie bei uns in den Geschäften verkauft werden. Durch mehr Transparenz sollen jeder Zwischenschritt, jeder Arbeitsgang und jede Produktionsstätte deutlich und detailliert für jedermann einsehbar sein.
  4. Nachhaltigkeit: Kleidung aus wiederverwertbaren Materialien ist gut für die Umwelt. Denn für die Produktion werden weniger Arbeitsschritte benötigt, wodurch die Umwelt geschont wird. Weiterhin achten die Unternehmen auf schadstofffreie Materialien, da falsche Kleidung die Gesundheit ihrer Träger im schlimmsten Fall schaden kann.
Fair Trade
Fair Trade zeichnet sich durch diese Merkmale aus. (Quelle: © dikobrazik - Fotolia/eigene Darstellung)

Was können Sie tun?

Sie können damit beginnen, bei der Wahl Ihrer Kleidung auf bestimmte Fairtrade-Siegel zu achten. Eine detaillierte Auflistung der Zertifikate sowie weitere Hintergrundinformationen hat das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit auf seiner Internetpräsenz zusammengestellt. Noch detailliertere Informationen zu Siegeln und deren Hintergründe finden sich auf der Internetseite des Dritte-Welt-Shops (DW-Shop).

Der DW-Shop entstand 1976 aus einer Initiative der Deutschen Welthungerhilfe heraus, ist aber heute eine eigenständige Handelsplattform. Auf der können Produkte gekauft werden, die in Entwicklungsländern hergestellt worden. Das Sortiment umfässt "Damenmode, Accessoires, Schmuck, Heimtextilien sowie Dekorations-Artikel für sämtliche Wohnbereiche". Mit jedem Einkauf werden soziale Projekte in diesen Ländern unterstützt.

Will man solche Projekte unterstützen und für fairen Handel eintreten, sollte man sich vor jedem Kauf darüber informieren, welche Unternehmen ihre Produktionsketten transparent gestalten. Selbstverständlich ist es zunächst mit ein bisschen Aufwand verbunden.

Aber Sie werden merken, dass es sich lohnt, sich mit dieser Thematik tiefer auseinanderzusetzen. Einen deutlich höheren Preis als andere Produkte müssen Sie übrigens nicht befürchten. Meistens sind die Preisunterschiede nicht so hoch, aber Sie können mit dem Kauf von Fairtrade-Mode das Leben der Erzeuger maßgeblich positiv beeinflussen.

Beispiel für Fair Trade

Mit TARA Projects (Trade Alternative Reform Action) hat sich in Nordindien ein gelungenes Projekt seit 1973 etabliert. Man setzt sich gegen "Kinderarbeit, die Ausbeutung von Tagelöhnern sowie unlautere Handelspraktiken" ein, indem regionale Produzenten unterstützt werden. So gewährt man zinslose Darlehen und bietet Schulungen sowie Workshops an, um Existenzen aufzubauen.

Laut dem Dritte Welt Shop konnten so bereits über 250 Kleinbetriebe gegründet werden. Produkte aus Gorastein, regionale Kunstwaren und vieles mehr wird so zu fairen Preisen auf dem Weltmarkt angeboten. Unter den Grundsätzen des Fair Trade erhalten die Menschen so ihr Einkommen und Versicherungsschutz im Krankheitsfall.

"Armut hat viele Ursachen und die Behandlung der Symptome alleine reicht nicht aus, um die Krankheit zu heilen, lautet eine Erkenntnis von TARA. Darum werden Gemeinschaft und Wirtschaft im Einklang vorangetrieben – basierend auf der Erkenntnis, dass ein Projekt nur dann Generationen übergreifend funktionieren kann, wenn alle Beteiligten überzeugt sind und davon profitieren." Dieser Leitgedanke trägt zum Erfolg dieses Projekts in Nordindien bei.

 


Diesen Beitrag: Drucken

Mehr von Basenio Redakteur
Profilbild von Basenio Redakteur

Unsere basenio-Redaktion schreibt Informations- und Servicebeiträge für Menschen ab 50plus und deren Angehörige. Gerne können Sie unseren Redakteuren Fragen stellen, die wir in einem weiteren Beitrag für Sie beantworten.

Kommentare


Diese Seite ist sehr schön aber manche fragen konnten mir jetzt nicht beantwortet werden.

@Pille: Vielen Dank für deinen Kommentar. Welche Fragen würdest du denn gerne beantwortet haben? Gerne recherchieren wir dazu und ergänzen diesen Beitrag.

Kommentar schreiben

Ihre Daten sind sicher. Ihre Angaben werden ausschließlich zur Bearbeitung Ihres Anliegens verwendet.Weitere Informationen zum Datenschutz