Dispokredit ablösen | Umschuldung

Dispokredit ablösen: Tipps zur Umschuldung bei einem überzogenen "Dispo"

Dispokredit ablösen | Umschuldung
Pixabay

Wenn Sie Ihren Dispokredit richtig ablösen, können Sie viel Geld sparen. Informationen und Tipps zur Umschuldung bei einem Dispositionskredit.

| Steffen Gottschling

Die Höhe des Dispos, der Dispositionsrahmen, wird von der Bank bestimmt. Sie ist dieser abhängig von der Höhe der regelmäßigen Einkünfte, die auf das Konto des Kunden eingehen. Auch dessen Kreditwürdigkeit beeinflusst die Höhe.

Erhält der Bankkunde also ein monatliches Salär, ist die Chance groß, dass ihm die Bank einen solchen Kredit zur Verfügung stellt. Ob und in welcher Höhe der Dispo eingeräumt wird, wird allein von der Bank bestimmt. „Rutscht“ man also mit seinem Guthaben unter den Betrag null, gibt die Bank weiterhin Geld.

Dispozinsen sind teuer

Diese Dienstleistung lassen sich die Kreditinstitute jedoch teuer bezahlen. Der sogenannte „Dispozins“ ist meist erheblich höher als die Zinsen bei anderen Kreditarten. Die Zeitschrift „Finanztest“ verglich in ihrer Ausgabe 9/2016 die Dispozinsen deutscher Banken. Der günstigste Zinssatz lag bei 4,24 Prozent, der teuerste bei 13,75 Prozent. Durchschnittlich lag der Zinssatz bei 9,91 Prozent.

Die Zinsen fallen an, wenn man den Dispositionskredit in Anspruch nimmt. Ist man zwei Tage im Dispo, fallen für genau diese beiden Tage die Zinsen an. Es gibt Geldhäuser, die darüber hinaus ihren Kunden einräumen, dass sie auch den Dispo überziehen können. In diesem Fall werden noch teurere Überziehungszinsen fällig.

Kredit, Dispokredit, Dispositionskredit, Schulden, Dispo, Minus, Verbindlichkeiten, Kontoauszug, Rotstift
Rutscht der Kontostand in den negativen Bereich, kann die Bank einen Dispositionskredit einräumen. (Quelle: richterfoto.de - Fotolia)

Die Werte tendieren seit längerer Zeit nahe null. Die Banken bekommen also Geld zur Verfügung, worauf sie so gut wie keine Zinsen zahlen. Die Dispozinsen hingegen liegen durchschnittlich bei knapp 10 Prozent. Ein offensichtlich erträgliches Geschäft.

Dispopauschalen sind ungültig

Im Oktober 2016 entschied der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe, dass Pauschalgebühren bei Dispositionskrediten unzulässig sind. Solche Pauschalen wurden von einigen Geldinstituten erhoben, wenn man den Dispo überzog. Genauer gesagt, wenn die Pauschale höher war als die Überziehungszinsen, musste sie anstatt der Zinsen entrichtet werden. Lagen die Zinsen über dem Niveau der Pauschale, wurden die Zinsen fällig.

Die Richter sahen es in ihrem Urteil (AZ: XI ZR 9/15 und XI ZR 387/15) als unangemessen an, dass selbst geringfügige Überschreitungen des Dispos vor dem Monatsende hohe Kosten verursachen. Geklagt hatten Verbraucherschützen gegen die Praktiken bei Deutscher Bank und Targobank.

Dispokredit umschulden

Dispositionskredite sind im Verhältnis besonders teuer. Dennoch bieten sie den Vorteil, dass man kurzfristig liquide bleibt. Ist es aber vorhersehbar, dass man länger im Dispo bleibt, sollte man schleunigst umschulden oder Einlagen möglicher Tagesgeldkonten verwenden, um den Dispo zu bedienen. Beim Umschulden wird die teure Anleihe in eine günstigere gewandelt. Lassen Sie sich dazu am besten persönlich beraten.

Bei einem persönlichen Gespräch überprüfen Finanzberater alle offenen Beträge bzw. Kredite. In einer Gesamtübersicht werden diese dann tabellarisch aufgezeichnet und man erhält einen Überblick von seiner aktuelle Finanzsituation. Darauf aufbauend kann man dann ein Lösung aus den Schulden suchen. Die Gefahr, in hohe Verbindlichkeiten zu rutschen, ist auch für Senioren ein Problem. Doch auch hier gibt es Hilfsangebote.

Der Vorteil eines persönlichen Gesprächs liegt auf der Hand, ein Experte kann die für sie maßgeschneiderte Lösung finden. Ein Umstand den Online-Vergleichsportale zu möglichen Umschuldungen nicht bieten. Zudem sparen Sie Nerven bei einer aufreibenden Suche nach dem Weg aus den Schulden.

Dispositionskredit, Beratung, Dispo
Der Weg aus den Dispo-Schulden (Quelle: Steffen Gottschling)

 

Wenn man aus den Schulden kommen will, dann sollte dies mit Maß geschehen. Übernimmt man sich bei der Tilgung, häuft man schnell wieder in neue Verbindlichkeiten an.

Dispositionskredit ablösen

Eine Möglichkeit aus dem Dispo zu kommen, ist eine Umschuldung in einen Ratenkredit. Hier werden die kurzfristigen Außenstände in etwas längerfristige Verbindlichkeiten gewandelt. Vorteil: Es werden über einen bestimmten Zeitraum festgeschriebene Raten abbezahlt.

Sie können also kalkulieren, wie viel Geld sie aufbringen müssen, um die Tilgung zu leisten. Die Zinsen bei diesen Krediten sind zudem meist erheblich günstiger als beim Dispo. Hohe Raten versprechen eine schnelle Tilgung, aber bergen die Gefahr, dass man sich übernimmt.

Daher sollte man sich hier genau beraten lassen. Mit einem Finanzplan kann der Experte helfen. Übrigens, Banken bieten auch einen solchen Service an, doch birgt dies auch die Gefahr, dass die Banken auf Gewinne aus sind. Zu hohe Kreditsummen oder Restschuldversicherungen können einen Ratenkredit unnötig verteuern.

Ein negativer Schufa-Eintrag könnte ein Grund für die Hausbank sein, ein weiteren Kredit abzulehnen. Damit wäre eine Umschuldung innerhalb der Hausbank nicht möglich. Es gibt jedoch Möglichkeiten Kredite zu beantragen, bei denen zuvor kein Schufa-Eintrag abgefragt wird. Erkundigen Sie sich im Falle eines Falles bei Ihren Finanzberatern danach. Solche Angebote bieten auch Online-Kreditvermittlungen.

Hier sollte man ganz genau darauf achten, wie hoch die Kreditsumme sein soll und welche Tilgungsraten geleistet werden können. Vorteil solcher Angebote ist, dass man dadurch alte Schulden mit einem günstigeren Kredit bedienen kann. Dadurch steigt auch die Bonität bei der Schufa. Übrigens, auch bei den Stromkosten lässt sich heutzugtage viel Geld sparen. Ein Tarifwechsel bringt mehrere hundert Euro im Jahr.

Restschuldversicherungen

Egal, was sie hören, eine Restschuldversicherung ist nicht zwingend notwendig, um einen Kredit zu erhalten. Doch lohnt sich eine solche Versicherung in einigen Fällen. Mit ihr sichert man sich ab, falls man eine Rate nicht zahlen kann. Die Versicherung greift dann, jedoch nur unter vertraglich bestimmten Voraussetzungen! Bei langfristigen Krediten kann sich solch eine Versicherung durchaus lohnen.

Was ist, wenn man krank wird und nicht mehr arbeiten kann? Dann könnte diese Versicherung helfen. Anders verhält es sich aber bei kurzfristigen Verbindlichkeiten, wie etwa bei einem Ratenkredit.

Da man als Kreditnehmer Zinsen an die Versicherung entrichten muss, erhöhen sich die Verbindlichkeiten. Also Achtung. Reden Sie mit Ihrem Finanzexperten und schauen Sie, ob es wirklich eine solche Versicherung braucht.

Vergleichsportale im Netz

Im Internet bieten diverse Portale die Möglichkeit an, aktuelle Zinsen bei Krediten zu vergleichen. So schön wie so ein Überblick sein kann, so genau steckt der Teufel im Detail.

Nur die reinen Zahlen zu vergleichen, kann sich letztlich fatal auswirken. Es sei daher nochmal daran erinnert, dass eine persönliche Beratung auch die beste Konstelation für Sie herausarbeiten kann. Aspekte wie Laufzeit und Kreditsumme wollen genau angepasst sein, damit die Schulden ein Ende nehmen.

Einige Onlineportale bieten dafür spezielle Filter. So finden sich bei check24.de, verivox.de oder finanzcheck.de Eingabemasken, in denen man individuell seine Einstellungen vornehmen kann. Dadurch rechnen die Seiten günstige und verbraucherfreundliche Konditionen aus. Ein persönliches Gespräch ersetzen sie damit aber nicht.

Fazit

Ist man im Dispo, sollte man nicht sofort in Panik verfallen. Für eine kurze Zeit können Dispositionskredite über Engpässe hinweghelfen. Sollte es sich abzeichnen, dass man länger kein positives Guthaben auf dem Konto hat, heißt es einschreiten.

Entweder man schichtet Kapital aus anderen Einlagen um, um den teuren Dispozins zu verhindern oder man macht eine Umschuldung. Dabei sollte man sich persönlich beraten lassen. Nur so kann man individuell einen Finanzplan entwickeln, um aus den Schulden zu kommen.

Basenio.de informiert Sie kostenlos und unabhängig. Sie können uns unterstützen, indem Sie die von uns empfohlenen Produkte & Dienstleistungen über die Verlinkungen im Artikel bestellen.

Diesen Beitrag: Drucken

Mehr von Steffen Gottschling
Profilbild von Steffen Gottschling

Steffen Gottschling ist der leitende Redakteur der Ratgeber-Redaktion. Bevor er 2016 bei basenio.de begann, war er im Rundfunk und in der Online-Redaktion einer regionalen Tageszeitung tätig. Seine Themenschwerpunkte sind die Bereiche Pflege & Recht.

Kommentare


Kommentar schreiben

Ihre Daten sind sicher. Ihre Angaben werden ausschließlich zur Bearbeitung Ihres Anliegens verwendet.Weitere Informationen zum Datenschutz