Was ist ein Smarthome | Funktionen | beste Systeme | Kosten

Was ist ein Smart Home? Funktionen, Systeme & Kosten im Überblick

Was ist ein Smarthome | Funktionen | beste Systeme | Kosten
Eigene Darstellung + Lumos sp-AdobeStock

Ein Smart Home (engl. intelligentes Zuhause) soll den Alltag erleichtern und viele einzelne Handgriffe automatisieren. Das spart Zeit & Energie. Was ein Smart Home wirklich kann und wie es Ihr Leben vereinfachen wird, lesen Sie in unserem Ratgeber.

| Lisa Matz

Ein nicht aufzuhaltender technischer Fortschritt, ausgebaute Digitalisierung und immer größere Datenströme: ein „intelligentes“ Zuhause ist beliebter denn je. Doch was bedeutet Smart Home überhaupt? Wo liegen die Ursprünge dieser Technologie? Welche Vor- und Nachteile hat diese Technik zu bieten? Basenio.de, das Onlineportal für die Generation 50plus, gibt Ihnen Tipps für das beste „Smart Home“.

Smart Home Vernetzung

Smart Home im Alltag

Wie hilft Smart Home uns im Alltag? Dies soll uns das folgende Beispiel mit der von unserer Redaktion erdachten Frau Henkel zeigen. Frau Henkel ist heute spät dran und hat keine Zeit fürs Frühstück. Auf ihren Kaffee kann Sie jedoch nicht verzichten: Der Kaffeeautomat liefert pünktlich auf die Minute den ersten Kaffee, inklusive eingestellter Milch- und Schaummenge. Das morgendliche Heißgetränk kam zwar pünktlich, doch Frau Henkel ist es leider nicht. Sie tritt den Weg auf Arbeit verspätet an, holt aber dank Smart Home etwas Zeit auf.

Auf Ihrem Weg aus dem Haus wird der Bewegungssensor aktiviert, der wiederrum ein Signal an das Garagentor sendet, damit es sich automatisch öffnet. In ihrer Eile hat Frau Henkel vergessen, das Licht auszuschalten. Kein Problem, das kann sie von unterwegs aus via Smartphone machen. Im Büro fällt ihr ein, dass Sie die Waschmaschine nicht angestellt hat. Sie aktiviert mithilfe des Smartphones die Waschmaschine so, dass sie fertig ist, wenn sie nachhause kommt. Sind die Kinder sicher von der Schule heimgekehrt? Ein kurzer Blick auf die Aufnahmen der Innenkamera am Eingangsbereich beruhigt Frau Henkel.

Auch beim Hausputz kann sich Frau Henkel auf smarte Technologie verlassen. Sie aktiviert den Staubsaugerroboter kurz vor Ihrem Feierabend von der Arbeit aus mit ihrem Smartphone. Zuhause angekommen, steuert Frau Henkel die Musik via Smart Home. Abends fahren die Rollläden herunter. Dies ist das Signal für die Außenkamera, aktiv zu werden und den Außenbereich zu überwachen. Beruhigt kann Frau Henkel nun einschlafen. Wie Sie sehen, kann Smart Home eine enorme Erleichterung im Alltag mit sich bringen.

Was ist ein Smart Home?

Unter Smart Home versteht man den Einsatz von technischen Systemen, automatisierten Verfahren und vernetzten, ferngesteuerten Geräten in Wohnräumen und Häusern. Das Ziel ist es, die Lebensqualität und den Wohnkomfort zu erhöhen. Außerdem bringt Smart Home eine erhöhte Sicherheit und effizientere Energienutzung auf Grundlage vernetzter und fernsteuerbarer Geräte mit sich.

Haushaltsgeräte, Lampen, ja selbst die Heizung und vieles mehr lässt sich im Smart Home vernetzen und beispielsweise per Zeitsteuerung an- und ausschalten. Technik wie Bewegungsmelder, Kameras, Rollläden oder Thermostate lösen vom Nutzer programmierte Abläufe aus. Die Zentrale des Smart Home wird mit unterschiedlichen „intelligenten“ Komponenten verbunden und via PC, Smartphone oder Tablet gesteuert. Die Kommunikation und Steuerung der Smart-Home-Technik erfolgt über bewährte Funkstandards wie beispielsweise WLAN, Bluetooth, ZigBee oder Z-Wave. Eine solche Zentrale wird auch als „Hub“ oder „Gateway“ bezeichnet.

Grafik Smart Home Access Point

Der Access Point ist die Zentrale eines Smart Homes. Über ihn läuft die gesamte Kommunikation der angeschlossenen Geräte. So können beispielsweise Heizung, Waschmaschine, Licht, Musik oder Strom über Smart Home gesteuert werden. (© Eigene Darstellung)

 

Vorteile eines Smart Home

Sie möchten Ihren Alltag gern etwas erleichtern? Hier finden Sie die Vorteile eines digital vernetzten Zuhauses:

 

Hilfe im Alltag

  • Türen und Fenster lassen sich mithilfe von Smart Home öffnen und schließen, ohne dass Sie dazu überhaupt im Haus sein müssen
  • Intelligente Bewegungsmelder schalten das Licht an, wenn Sie sich ihrem Haus oder ihrer Wohnung nähern
  • Monteure können mithilfe von smarten Heizungsanlagen von der Ferne auf die Geräte zugreifen. Über das Internet kann teilweise eine Wartung vorgenommen werden. Bei Störungen kann man im Idealfall herausfinden, welches Ersatzteil mitgebracht werden muss
  • bei Niederschlag erkennen smarte Technologien die Situation und können automatisch reagieren. Fenster schließen, Rollläden herunterfahren etc.

 

Erhöhte Sicherheit

  • Licht, Rollläden, Markisen, Fernseher und Musik können zufallsgesteuert an- und abgeschaltet werden und so eine ständige Anwesenheit simulieren, wenn Sie außer Haus sind
  • Rauchmelder können auch als Alarmsirene dienen
  • Innen- und Außenkameras filmen das Umfeld und senden auf Wunsch (oder bei Aktivierung) einen Live-Stream auf das verbundene Gerät (z.B. Smartphone)
  • smarte Bewegungsmelder können im Gegensatz zu vielen herkömmlichen Bewegungsmeldern zwischen Menschen und Tieren unterscheiden und somit Fehlalarme reduzieren
  • Wasserstandsmelder schlagen Alarm bei Wasserschäden, wenn zum Beispiel die Waschmaschine ausgelaufen ist
  • Bewegungsmelder, Kameras und andere Alarmsysteme können einen Einbruch erkennen und entsprechende Maßnahmen einleiten (Alarm, Sicherungstechnik aktivieren)

 

Verbesserte Energieeffizienz

  • mit smarten Steckdosen lassen sich elektrische Geräte zentral an- und ausschalten. Das reduziert den Standby-Verbrauch enorm. Somit spart nicht nur ein Anbieterwechsel, sondern auch eine intelligente Stromsteuerung eine Menge Geld
  • eine smarte Heizungsteuerung regelt den Energieverbrauch optimal
  • per Einstellung kann die Heizungstemperatur automatisch reguliert werden, wenn das Fenster geöffnet wird

 

Der Spaßfaktor

  • Millionen verschiedene Farben bei der Lichtauswahl
  • Musik in jedem Raum
  • Sicherheits- und Statuscheck von unterwegs aus
  • Sammelfaktor: Man fängt mit einem Gerät an und kann die Sammlung stetig erweitern (wer mag, fängt erst mal ganz klein an, zum Beispiel mit einem Starterset für das Licht)      

Die Nachteile eines Smart Home

Wo Vorteile sind, verbergen sich meist auch Nachteile. Welche das sind, erfahren Sie hier:

 

Keine Einheitlichkeit

  • Smarte Geräte kommunizieren untereinander über Funk, welcher Standard sich durchsetzt, ist noch ungewiss
  • die unterschiedlichen Funkstandards sind nicht miteinander kompatibel
  • der Herstellermarkt ist schwer überschaubar: einige Hersteller kooperieren miteinander und beliefern sich gegenseitig mit Geräten, andere schotten sich bewusst ab und entwickeln eigene Systeme und Geräte
  • ob Smart Home Zukunftssicherung ist, kann man nur schwer sagen

 

Undurchsichtige Preismodelle

  • genaue Preise können oft nur im Rahmen eines spezifischen Angebots genannt werden
  • ein Gerät allein nützt oft nichts, mehrere Geräte können jedoch für hohe Kosten sorgen
  • App-Abonnements, Gebühren für die Datenspeicherung - allein mit dem Kauf der Geräte ist es nicht immer getan

 

Datensicherheit

Smarte Geräte kommunizieren untereinander. Wie sicher diese Kommunikation ist, kann nicht genau gesagt werden. Auch die Sicherheit gegenüber Hackerangriffen ist nicht gewährleistet.        

„Die übermittelten Daten werden nicht nur vom Smart-Home Anbieter selbst, sondern oftmals auch von Drittanbietern verarbeitet. Dazu gehören z.B. Cloud-Betreiber, auf deren Servern die Daten gespeichert werden. Aber auch andere Anbieter, die vom Gerätehersteller eingebunden werden, wie etwa Facebook. Diese Kooperationen von Smart-Home-Anbietern mit Drittanbietern können aus Datenschutzperspektive problematisch sein“, warnt die Verbraucherzentrale.

 

Nicht 100% einbruchssicher

Eine smarte Alarmanlage allein schützt nicht zu 100% vor Einbrechern. Ohne einen mechanischen Einbruchsschutz kann ein smartes System im Falle eines Einbruches nicht schützen.       

Smart-Home-Systeme nachrüsten

 

Es ist nicht immer viel Aufwand für eine Nachrüstung erforderlich: Wir haben Ihnen drei Varianten zusammengestellt, um Ihnen Ideen zu geben, wie Sie Ihre Räume smart umrüsten können.

 

Variante eins: Licht nachrüsten

 

Möchten Sie in Ihrer Wohnung oder Ihrem Haus smartes Licht einbauen, benötigen Sie dafür lediglich smarte Leuchten. Eine Bluetooth- oder WLAN-Variante ist hierbei sinnvoll. Die Glühbirnen austauschen, mit der App verbinden und schon sind Sie startklar. Die Lampen können nun einfach mit dem Smartphone gesteuert werden. So können Sie zum Beispiel auch vom Bett aus das Licht ausschalten.

 

Das brauchen Sie zur Einrichtung:

  • Geschätzte Zeit: 30 Minuten
  • Installation der App
  • Einrichtung der Leuchtmittel
  • Einrichtung der Fernbedienung

 

Variante zwei: Heizung und Strom nachrüsten

 

Wenn Sie neben den Lampen noch weitere Smart-Home-Geräte in Ihrem Zuhause installieren möchten, sollten Sie über die Verwendung eines Smart-Home-Gateways (auch „Hub“, „Bridge“ oder „Zentrale“) nachdenken. Damit können Sie verschiedene Geräte zentral einstellen. Machen Sie mehrere Räume smart, lohnt es sich, in diesen Räumen Gateway-Regeln für die verschiedenen Geräte zu hinterlegen und Vorgänge zu automatisieren. So können Sie beispielsweise die Beleuchtung und Heizung in Küche, Wohnzimmer, Esszimmer und Schlafzimmer auf einmal ausschalten.

 

Durch solche Regeln kann der Heizungs- und Stromverbrauch optimiert und Energie gespart werden. Die entsprechenden Heizkörperthermostate können Sie einfach selbst austauschen.

 

Das brauchen Sie zur Einrichtung:

  • Geschätzte Zeit: 1,5 Stunden
  • Einrichtung Gateway
  • Installation der App
  • Einrichtung der Heizkörperthermostate
  • Einrichtung der Regeln in der App

 

Unser Tipp:

Wenn Sie Ihr Smart Home erweitern möchten, sollten Sie immer die Kompatibilitätsliste des Gateways überprüfen.

 

Variante drei: Licht und Strom bei Renovierung nachrüsten

 

Sie renovieren Ihr Zuhause und möchten Rollläden, Beleuchtung und Steckdosen smart umgestalten? Dann können Sie direkt smarte Unterputz-Steckdosen, -Lichtschalter und -Rollladensteuerungen einbauen. Unterputzelemente haben den Vorteil, dass sie nahezu unsichtbar sind. Da es sich hierbei um Elektroarbeiten handelt, müssen diese von Fachpersonal durchgeführt werden.

 

Das brauchen Sie zur Einrichtung:

  • Geschätzte Zeit: 3 Stunden
  • Einrichtung Gateway
  •  Installation der App
  • Einrichtung der Unterputz-Schalter
  •  Einrichtung der Unterputz-Steckdosen
  • Einrichtung der Unterputz-Rollladensteuerung
  • Einrichtung der Bewegungsmelder
  • Einrichtung der Regeln in der App

 

Welche Smart-Home-Systeme gibt es?

Auf dem Smart-Home-Markt sind zahlreiche Hersteller mit den unterschiedlichsten Modellen vertreten. Dabei unterscheidet man grob zwischen:

  1. funkbasierte Systeme, welche drahtlos über einen Funkstandard wie Bluetooth, ZigBee, Z-Wave oder EnOcean kommunizieren können
  2.  Kabelgebundenen Systeme, bei denen Informationen über spezielle Datenleitungen übertragen werden

Welches Smart-Home-System ist das Beste?

 

Wegen der unterschiedlichen Kompatibilitäten und Funktionen kann man einzelne Smart-Home-Systeme nicht gut miteinander vergleichen. Wir zeigen Ihnen unsere drei Favoriten mit ihren Vor-und Nachteilen, damit Sie die beste Lösung für Ihr Zuhause finden können.

 

System

Vorteile

Nachteile

Homematic IP

-        Einsteigerfreundlich

-        Sehr sicher

-        Umfangreich programmierbar

-        Kompatibel mit Amazon Echo Dot

-        Kein Internetzugang notwendig

-        Keine offizielle Smartphone App

-        Langsame Verwaltungsoberfläche

-        Cloud Dienst ist kostenpflichtig

Amazon Alexa

-        Gute Spracherkennung

-        Integrierter Temperatursensor

-        Kompatibel mit vielen Smart Home Anbietern und Produkten

-        Amazon Account notwendig

-        Nutzerdaten werden in Cloud gespeichert

-        Einige Dienste verlangen kostenpflichtiges Abo

ENet Smart Home

-        Einfache Nachrüstung möglich

-        Mehrere Hersteller für das eNet System

-        Modernes, zeitloses Design

-        Oft schlechter W-LAN Empfang

-        Komponenten oft teuer

-        In sich geschlossenes System, nicht kompatibel mit Produkten anderer Hersteller

 * Übernommen von chip.de und Home & Smart

 Kosten

Die Kosten für ein Smart Home lassen sich pauschal nicht bestimmen. Sie hängen vom Umfang, der Art der Geräte, der verschiedenen Systeme sowie deren Installation, der Menge der Geräte und Räume sowie der Art der Energieversorgung ab.

Für ein paar hundert Euro erhalten Sie ein Basispaket einer Smart Home-Ausstattung. Wer ein voll ausgestattetes Smart Home-Einfamilienhaus möchte, der sollte mit mindestens 4.500 Euro rechnen, veranschlagt das Verbraucherportal Home & Smart.

Berücksichtigen Sie jedoch, dass Smart Home-Geräte in der Regel dabei helfen, Energie zu sparen und so die monatlichen Strom- und Heizkosten zu senken. Außerdem sorgt ein Smart-Home-System für Sicherheit, wenn Komponenten für den Schutz von Eindringlingen vorhanden sind.

 

Diese Komponenten beeinflussen die Kosten:

  1.  Art des Systems und Installation: Soll Ihr Smart Home per Sprache, am Handy oder per Schalter an der Wand gesteuert werden? Die Steuerung mit dem Smartphone ist in der Regel recht einfach und kostengünstig umsetzbar. Systeme mit Schaltern hingegen (die eine Kabelinstallation erfordern) sind meist kostenintensiver.
  2. Menge der Geräte: Umso mehr Geräte Sie sich anschaffen möchten, desto höher die Kosten. Während Einzelgeräte wie Glühbirnen schon ab 10 Euro erhältlich sind, können geschlossene Smart-Home-Systeme mehrere tausend Euro kosten.
  3. Zahl der Räume: Die Größe der Wohnung beziehungsweise des Hauses trägt maßgeblich zu den Kosten bei. Wenn Sie vorerst keine komplette Ausstattung wünschen, empfiehlt es sich, zunächst einen bestimmten Raum – zum Beispiel Küche oder Wohnzimmer – smart umzurüsten und das Smart Home nach und nach auszuweiten.
  4. Art der Energieversorgung: Geräte, die ohne Kabel funktionieren, sind mit Batterien ausgestattet und in der Regel darauf ausgelegt, dass sie selten gewechselt werden müssen. Trotzdem müssen Batterien von Zeit zu Zeit nachgekauft werden. Strombetriebene Geräte sind in der Regel durch ihr smartes Steuerungssystem so konzipiert, dass sie besonders stromsparend funktionieren und dadurch Geld sparen, anstatt die Kosten zu erhöhen.

Ob und welches Smart-Home-System Sie sich zulegen, bleibt Ihnen überlassen. Sie sollten bei Ihrer Entscheidung vor allem auf die Notwendigkeit, das Preis-Leistungs-Verhältnis und das für Sie passende System achten.  


Diesen Beitrag: Drucken

Mehr von Lisa Matz
Profilbild von Lisa Matz

Lisa Matz ist als freie Journalistin für basenio.de tätig. Als Studentin im Fachbereich Business Administration hat sie theoretische und praktische Kenntnisse in wirtschaftlichen Fragen. In ihren privaten Passionen Reisen und Mode schreibt sie leidenschaftlich ...

Kommentare


Kommentar schreiben

Ihre Daten sind sicher. Ihre Angaben werden ausschließlich zur Bearbeitung Ihres Anliegens verwendet.Weitere Informationen zum Datenschutz