Schlaganfall Folgen | leichter | schwerer | Spätfolgen | Nachwirkungen

Schlaganfall Folgen: Informationen zu schweren & leichten Spätfolgen und Nachwirkungen

Schlaganfall Folgen | leichter | schwerer | Spätfolgen | Nachwirkungen
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Ein Schlaganfall kann folgenlos sein, doch in der überwiegenden Zahl der Fälle leiden Betroffene an schweren oder leichen Spätfolgen und Nachwirkungen. Wie sich insbesondere die Aphasie (Sprachstörung) behandeln lässt, erfahren Sie in unserem Ratgebe

| Marian Freund

Einen Schlaganfall - auch Hirnschlag oder Apoplex genannt - bezeichnet im Allgemeinen eine unerwartet auftretenden Durchblutungsstörung im Gehirn. Diese Beeinträchtigung der Blutversorgung führt dazu, dass das Gehirn mit Sauerstoff und anderen Nährstoffen unterversorgt wird.

In den meisten Fällen tragen die Betroffenen danach irreparable Schäden davon. Da ein Schlaganfall in verschiedenen Varianten auftreten kann, unterscheidet man daher genauer in den sogenannten Hirninfarkt und die Hirnblutung. Ersterer zeichnet sich durch eine Mangeldurchblutung aus und ist die Ursache für ca. 80 % der Schlaganfälle in Deutschland. Letztere resultiert daraus, dass Blut in das Hirngewebe austritt.

Schlaganfälle in Deutschland

Laut einer Erhebung der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft erleiden hierzulande etwa 260.000 Menschen pro Jahr einen Schlaganfall. Besonders betroffen ist die Altersgruppe der über 75-Jährigen. In knapp der Hälfte der Fälle sind Menschen dieser Altersgruppe betroffen. Bei schweren Schlaganfällen können Betroffene an den Folgen versterben. Selbst Wochen oder gar Monate danach kann es zur Todesfolge kommen. Schlaganfälle sind die dritthäufigste Todesursache in Deutschland. Oftmals sind es aber auch bleibende Schäden, die die Betroffenen davontragen.

Welche Folgen treten nach einem Schlaganfall auf?

Welche Folgen ein Schlaganfall haben kann, und wie schwer letztendlich die Beeinträchtigungen sind, hängt davon ab, welche Hirnregion betroffen ist und wie stark diese geschädigt wurde. Oftmals ist es auch so, dass manche Schlaganfall-Folgen andere Störungen mit sich ziehen. So können Lähmungserscheinungen beispielsweise stark mit Bewegungs- oder Gefühlsstörungen zusammenhängen.

Schlaganfall, Folgen
Diese Folgen können nach einem Schlaganfall auftreten. (Quelle: eigene Darstellung)


Probleme mit der Motorik sind jedoch sehr häufig zu beobachten. Das beginnt schon damit, dass die Betroffenen Gefühlsstörungen in den Extremitäten oder einer ganzen Körperhälfte haben. Berührungen, Schmerzen oder Ähnliches werden nicht mehr korrekt wahrgenommen. Teilweise können auch Lähmungserscheinungen in Beinen oder Armen auftreten.

Eine weitere Körperregion, die oft von Lähmungserscheinungen betroffen sein kann, ist das Gesicht beziehungsweise die Gesichtsmuskulatur. Taubheitsgefühle einer Gesichtshälfte und herunterhängende Mundwinkel können die Folgen sein.

Nach einem Schlaganfall ist es für die Betroffenen meist nicht einfach, sich wieder in den Alltag einzufinden. Neben den möglichen Problemen vernünftig Laufen oder Greifen zu können, treten als Folgen häufig Schwierigkeiten bei der Kommunikation auf. Wortfindungsstörungen, Probleme bei der Aussprache oder des Sprachverständnisses sind Folgen, die mit weiteren unter dem Begriff Aphasie zusammengefasst werden.

Behandlung nach dem Schlaganfall

Wie bei vielen Krankheiten gilt auch bei einem Schlaganfall: je früher die Behandlung beginnt, desto besser können schwerwiegende Folgen vermieden werden. Es wurde bereits erwähnt, dass es sich bei einem Schlaganfall beispielsweise um einen Hirninfarkt handeln kann.

Hierbei werden Gehirnarterien verstopft, die schnellstmöglich wieder freigelegt werden müssen. Dies geschieht zunächst häufig durch Medikamente, sogenannte Thrombolytika, die auch mit Hilfe von intraarteriellen Kathetern an den betroffenen Schlaganfall-Regionen eingesetzt werden. Bei Hirnblutungen ist ein operativer Eingriff meist unumgänglich.

Doch auch einige Zeit nach dem Schlaganfall müssen noch Folgen behandelt werden. Wenn die Motorik eingeschränkt ist, erhalten die Betroffenen Physiotherapien, die ihren Bewegungsapparat wieder zum Funktionieren bringen. Neben den körperlichen Folgen sollte auch der psychischen Belastung große Aufmerksamkeit geschenkt werden.

Es benötigt oft viel geistige Kraft und Ausdauer wieder zurück in das Alltagsleben zu finden. Hier können Selbsthilfegruppen eine Möglichkeit sein, Geschehenes mit anderen Betroffenen zusammen zu verarbeiten.
Eine andere besonders wichtige Maßnahme, falls es zu einer Störung der Sprache kommt, ist die Aphasie-Therapie. Diese wird von Logopäden durchgeführt.

Formen der Aphasie

Zunächst sollten Sie jedoch wissen, dass es verschiedene Formen der Aphasie gibt. Grundsätzlich ist eine Aphasie eine erworbene Sprachstörung, die neben dem Sprechen auch das Lesen, Schreiben und Verstehen beeinträchtigen kann. Unterteilt wird eine Aphasie noch einmal in die folgenden Arten.

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Formen der Aphasie. (Quelle: eigene Darstellung)


Die Amnestische Aphasie ist dabei die geringste Ausprägung der Sprachstörung. Die Betroffenen können in der Regel noch fließend sprechen. Es kommt allerdings zu Wortfindungsstörungen. Begriffe werden daher oft umschrieben.

Bei der Broca-Aphasie handelt es sich um eine mittelschwere Sprachstörung. Es kommt zu Lautvertauschungen oder -auslassungen und auch Wortfindungsstörungen sind hierbei vorhanden.

Verwechslungen von Wörter, Wortneuschöpfungen und Lautverdrehungen sind Kennzeichen einer Wernicke-Aphasie. Die Betroffenen erkennen ihre Fehler jedoch meist nicht selbst. Das komplette Sprachverständnis ist hier sehr stark eingeschränkt.

Als schwerste Form der Aphasie bezeichnen Logopäden die Globale Aphasie. Von der Sprachproduktion über das Sprachverständnis bis hin zu Nachsprechen, Lesen und Schreiben sind die Betroffenen stark beeinträchtigt.

Folgen des Schlaganfalls behandeln: Aphasie-Therapie durch Logopäden

Sollte es nach einem Schlaganfall tatsächlich zu einer Sprachstörung kommen, ist eine Aphasie-Therapie durch einen Logopäden eine nötige Rehabilitationsmaßnahme. Je nach Form der Aphasie gibt es spezielle Übungen, die den Betroffenen die Fähigkeit korrekt zu kommunizieren, wiedergeben sollen. In regelmäßigen Therapiestunden - über meist mehrere Wochen hinweg - lernen die Patienten Stück für Stück den Weg zurück in den normalen Sprach-Alltag.

Das gilt zunächst für das Sprechen. Hier sind es vor allem mundmotorische Übungen - speziell für Lippen oder Zunge - die den Erkrankten die „normale“ Sprechweise zurückgeben sollen. Eng damit verbunden sind auch die Übungen bei Schluckstörungen. Diese haben vor allem den Sinn die beteiligte Muskulatur beim Schluckvorgang wieder zum Funktionieren zu bringen. Es werden verschiedene Haltungsänderungen und Schluckmanöver beigebracht, die die Beeinträchtigung kompensieren.

Neben den Übungen zum Sprechen, welche sicherlich den Großteil ausmachen, wird häufig auch das Lesen und Schreiben geübt. Zudem gehört es auch zu den Aufgaben eines Logopäden die Betroffenen psychologisch für den Umgang mit der Erkrankung zu betreuen.

Doch nicht nur die Betroffenen selbst erhalten Hilfe bei einem Logopäden. Genauso wichtig ist es für die Angehörigen zu wissen, wie sie korrekt mit der Erkrankung umgehen sollten. Was sie alles beachten müssen, erklärt ihnen dann der Logopäde. Damit können sie die Erkrankten optimal bei der Behandlung einer Aphasie unterstützen.


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Marian Freund schreibt als freier Redakteur für basenio.de.

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