Long Covid | Symptome | Spätfolgen | Post Covid Syndrom

Long Covid Syndrom (Post Covid Syndrom) – Symptome, Spätfolgen & Studien im Überblick

Long Covid | Symptome | Spätfolgen | Post Covid Syndrom
© MohamadFaizal – Adobe Stock

Nicht jede/r Genesene ist nach einer Covid-Infektion wieder völlig gesund. Langzeitfolgen der Viruserkrankung können Betroffenen über Wochen und Monate ihre Lebensqualität rauben.

| Basenio Redakteur

Corona bzw. Covid-19 begleitet uns seit Anfang 2020. Inzwischen können wir uns mit wirksamen Impfungen, aber auch mit Vorsichtsmaßnahmen wie FFP2-Masken, Selbsttests und Abstandsregeln recht gut vor einer Infektion schützen. Auch für die Behandlung von Covid-19-Erkrankungen werden immer mehr Medikamente erforscht und zugelassen.

Diese zunehmende Sicherheit ist vor allem für gefährdete Patientengruppen wie Menschen über 60 Jahre und solche mit bestimmten Vorerkrankungen ein Grund zur Hoffnung. Aber auch wenn es scheint, dass die Corona-Pandemie langsam ihren Schrecken verliert, gibt es einen Bereich, in dem noch kaum belastbare Forschungsergebnisse vorliegen: Die Rede ist von Long Covid oder Post Covid.

 

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Was ist Long Covid?

Als Long Covid Syndrom werden derzeit die gesundheitlichen Spät- oder Langzeitfolgen bezeichnet, die nach einer Corona-Erkrankung auftreten und höchstwahrscheinlich von dieser Infektion verursacht werden. 

Das Besondere bei Long Covid ist, dass diese Symptome bzw. Folgekrankheiten auch nach milden oder gar unerkannten Corona-Erkrankungen auftreten. Die gesundheitlichen Folgeschäden bleiben dabei entweder über den Zeitraum der konkreten Erkrankung (mit nachweisbarer Viruslast) bestehen oder sie entwickeln sich erst Wochen bis Monate später. Mitunter kommt es durch die Corona-Infektion auch zu einer Verschlechterung einer bereits bestehenden Grunderkrankung, auch dies wird dann als Long Covid gefasst.

 

Studien und Meta-Analysen (die die Ergebnisse zahlreicher Studien prüfen und zusammenfassen) kamen im Jahr 2021 zu ernüchternden Erkenntnissen: Demnach sind etwa 40 Prozent der Corona-Erkrankten von Post-Covid betroffen (Quelle: Gutenberg-Studie der Mainzer Universitätsklinik, Dezember 2021). Fast 10 Prozent der Long-Covid-Patientinnen und Patienten fühlen sich durch das Syndrom in ihrem Alltag schwer beeinträchtigt.

 

Risikofaktoren für Long Covid

 

Während Long Covid und Post Covid gleichmäßig verteilt über alle Altersgruppen auftreten, sind Frauen deutlich häufiger betroffen als Männer. Über weitere Risikofaktoren für eine Long-Covid-Erkrankung liegen bis dato noch keine gesicherten Erkenntnisse vor. 

Nach einer 2022 erschienenen Studie steht vor allem ein vorliegender Altersdiabetes im Verdacht, Long Covid zu begünstigen. Weitere Untersuchungen identifizierten 5 Risikofaktoren für Long Covid, die während der akuten Corona-Erkrankung auftreten:

  • hohe Viruslast
  • wenige SARS-CoV-2-IgG Antikörper
  • schlummernde Infektion mit dem Epstein-Barr-Virus
  • Riechstörungen 
  • Durchfall 

 

Unterschied zwischen Post Covid und Long Covid

 

Die Bezeichnungen Post Covid oder Long Covid werden im Allgemeinen synonym für dasselbe Krankheitsbild verwendet, auch wenn sie jeweils eine andere Kategorie beschreiben: Gesundheitliche Auswirkungen können direkt im Anschluss an eine Corona-Infektion beobachtet werden (also eine Corona-Erkrankung, die sozusagen nicht richtig ausheilt) oder erst später auftreten, nachdem man bereits wieder als gesund galt.

Deutsche medizinische Leitlinien unterscheiden allerdings nach dem Zeitraum, in dem die Folgeerkrankungen auftreten:

Unterschied zwischen Long Covid und Post Covid (© Eigene Darstellung)
Unterschied zwischen Long Covid und Post Covid (© Eigene Darstellung)

 

Haben Sie Post Covid oder Long Covid?

Long Covid oder Post Covid zeichnet sich durch eine enorm breite Palette an Symptomen aus. Diese müssen nicht zwingend mit einer vorangegangenen Corona-Erkrankung zusammenhängen. Es wird aber häufig beobachtet, dass eines oder mehrere Krankheitsanzeichen gemeinsam nach einer Covid-Infektion auftreten.

 

Beobachten Sie mehr als vier Wochen nach einer Corona-Infektion eines oder mehrere der folgenden Symptome bei sich?

Long Covid Symptome

Für den Hausarzt oder die Hausärztin ist es oft schwer, aus diesen diffusen Symptomen den Rückschluss auf Long Covid zu ziehen. Oft ist es den Betroffenen gar nicht bewusst, dass sie mit Corona infiziert waren. Sie haben also gar kein positives Testergebnis, auf das sich die Diagnose stützen könnte, was die Anerkennung von Long Covid als eigenes Krankheitsbild für die Betroffenen noch schwieriger macht.

Die Forschung zu den Ursachen und Folgen von Post Covid und Long Covid steht noch ganz am Anfang. Genauso ist es auch mit den Behandlungsmöglichkeiten. Bisher steht noch keine Therapie für Long Covid zur Verfügung - was auch daran liegt, dass das Krankheitsbild sehr diffus ist. 

 

Anlaufstellen für Long-Covid-Erkrankte

 

An verschiedenen Reha-Kliniken in Deutschland wird derzeit ausprobiert, welche Therapien und Behandlungen sich für die verschiedenen Symptome am besten eignen.

Anlaufstellen für Menschen, die ein Long-Covid-Syndrom bei sich beobachten, gibt es in Deutschland noch nicht flächendeckend. Neben einigen Post-Covid-Ambulanzen an großen Kliniken wie dem Uni-Klinikum Gießen und Marburg (UKGM) oder der Uniklinik Essen müssen Betroffene sich oft in Selbsthilfegruppen austauschen und nach lokalen Unterstützungsangeboten suchen. 

Ärzte, die viele Long-Covid-Patientinnen und -Patienten behandeln, haben jedoch eine hoffnungsvolle Botschaft: Bei fast allen Betroffenen wird die Krankheit im Laufe der Zeit besser. Im Laufe eines Jahres sind die lästigen Symptome bei der Mehrheit der Menschen verschwunden oder haben sich stark gebessert.

Diese Institutionen sind Ansprechpartner für Patientinnen und Patienten mit Long Covid: 

  • Deutsche Rentenversicherung (für Reha-Leistungen)
  • Bundesagentur für Arbeit (für Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben)
  • gesetzliche Unfallversicherung/BG-Kliniken (für Personen, die Corona als Berufskrankheit oder Arbeitsunfall anerkannt bekommen)
  • Krankenversicherung (für Menschen, die nicht im Erwerbsleben stehen)

Auf der Suche nach Reha-Angeboten müssen Long-Covid-Betroffene viel Geduld haben, bisher gibt es keine zentrale Überblicksseite mit Reha-Angeboten für Long-Covid. Einen allgemeinen Überblick über Reha-Einrichtungen und ihre Angebote hat dasReha-Einrichtungsverzeichnis der Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation e. V. 

Wie kann ich mich vor Long Covid schützen?

Covid-19 hat auch zwei Jahre nach Beginn der Pandemie seinen Schrecken nicht verloren. Der weit überwiegende Teil der Menschen infiziert sich entweder nicht mit dem Virus oder macht die Infektion unbemerkt bzw. mit sehr milden Symptomen durch. Dennoch gibt es nach wie vor eine nicht unerhebliche Anzahl von Risikogruppen, für die eine Corona-Infektion ein großes gesundheitliches Risiko darstellt. 

Sowohl die akute Erkrankung als auch die möglichen Spätfolgen sind für ältere und betagte Menschen, immunsupprimierte Patientinnen und Patienten und Diabeteskranke unbedingt zu vermeiden. 

Der beste Schutz vor einer Long-Covid-Symptomatik ist dabei natürlich, gar nicht erst an Covid-19 zu erkranken bzw. sich nicht anzustecken. Dies ist mit einer Impfung am einfachsten zu erreichen. Auch wenn das Virus ständig mutiert und die Wirksamkeit der aktuellen Impfstoffe damit schmälert, stellt die Impfung mit einem Vektor- oder mRNA-Impfstoff den besten Schutz dar - sowohl vor einer Ansteckung als auch vor einer Erkrankung mit schwerem Verlauf. 

Eine Studie des King’s College London vom September 2021 konnte zeigen, dass die Impfung auch das Risiko für Long Covid um die Hälfte reduziert.

Immunologinnen und Immunologen der University of Bristol von März 2021 fanden in einer Untersuchung an 44 Long-Covid-Patientinnen und -Patienten sogar eine leichte Tendenz, dass die Corona-Impfung auch bestehende Long-Covid-Erkrankungen verbesserte. 

Sind Sie bereits vollständig geimpft und geboostert, können Sie noch mehr tun, um sich vor einer Infektion mit Covid-19 und damit dem Risiko für Long Covid zu schützen: Alltagshygiene, Abstand zu anderen Menschen, das Tragen von FFP2-Masken in Innenräumen und Menschenmengen sind sinnvolle Vorsichtsmaßnahmen. 

Genauso sinnvoll ist es, sich regelmäßig auf eine Corona-Infektion testen zu lassen. Da die weitaus meisten Infektionen asymptomatisch verlaufen und man einige Tage vor dem Auftreten der ersten Symptome bereits infektiös ist, schützen Sie damit vor allem Ihre Mitmenschen - ganz besonders diejenigen, die ein höheres Erkrankungsrisiko haben. 

Unser Tipp:

Halten Sie immer einen Vorrat an Hotgen Antigen Tests bei sich zu Hause vorrätig. So können Sie beim ersten Anzeichen von Krankheitssymptomen Gewissheit erlangen, ob Sie andere gefährden. 

 


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