altersgerechte Dusche | umbauen | Förderung | Zuschuss

Altersgerechte Dusche: Umbauen & Förderung - So erhalten Sie den Zuschuss

altersgerechte Dusche | umbauen | Förderung | Zuschuss
JPC-PROD - Fotolia

Tipps zur altersgerechten Dusche: Wenn Sie richtig umbauen, können Sie eine Förderung erhalten. Wir geben Tipps zum Umbau und wie Sie an den Zuschuss kommen.

| Steffen Gottschling

Die Dusche kann für ältere Menschen zu einer Unfallquelle werden. Feuchtigkeit auf Fliesen und Duschwänden birgt die Gefahr auszutschen. Der Nassbereich lässt sich jedoch altersgerecht umbauen und umgestalten, wodurch die Unfallgefahr sinkt.

Basenio.de, das Onlineportal für die Generation 50plus, gibt Tipps zur altersgerechten Dusche und wie Sie für einen Umbau eine Förderung (Zuschuss) erhalten können.

Tipps zur altersgerechten Dusche

Unsicherer Stand und weniger Zugkraft können Folge von altersbedingtem Muskelabbau sein. Dem lässt sich zwar mit speziellen Trainingseinheiten bis zu einem gewissen Maß entgegenwirken, dennoch sollte die Dusche den altersbedingten Bedürfnissen angepasst werden. Wer auf einen Rollstuhl oder Rollator angewiesen ist, der wird die Vorzüge eines ebenerdigen Zugangs schätzen.

So gelangt man in die Nasszelle, ohne ein Hindernis zu überwinden. Es gibt aber auch andere Hilfsmittel, die den Einstieg erleichtern. Der Verein „Barrierefreies Leben“, ein Verein für Hilfsmittelberatung, Wohnraumanpassung und barrierefreie Bauberatung, hat auf seiner Internetseite solche Hilfen aufgeführt. Auf Roll- oder Drehsitzen kommt man in der Sitzposition in den Duschbereich.

Auch der Platz in der Dusche ist entsprechend beim Umbau einzuplanen. Rollstuhlfahrer sollten beispielsweise genügend Raum haben, um manövrieren zu können. Doch nicht nur für solche Bedürfnisse haben Hersteller Platzkonzepte entwickelt. So benötigen Eckduschen nur zwei Duschwände und nehmen entsprechend wenig Platz im Bad ein.

Gerade bei ebenerdigen Nasszellen kann das Konzept der "Walk In Dusche" sinnvoll sein. Darüber hinaus gibt es noch viele weitere Kabinenformen, die ihre je eigenen Vorzüge haben.

Youtube Video

Barrierefreie Dusche umbauen

Doch auch im Duschbereich lassen sich Maßnahmen realisieren, die die Körperhygiene erleichtern. Wer nicht lange stehen kann, für den sind Duschhocker bzw. –stühle eine Stütze. Diese Badmöbel sollten aus Kunststoff oder Aluminium bestehen, denn sie lassen leicht reinigen. Es gibt Varianten, die sich zusammenklappen lassen. Dadurch lassen sich die Sitzhilfen platzsparend verstauen. Gelangt man noch eignen Fußes in die Dusche, dann sollten Sturz- und Stolperquellen beseitigt werden.

Auf nasser Fliese rutscht auch manch junger Mensch aus. Im Alter ist bei muskulären Defiziten die Gefahr noch größer, zu Boden zu stürzen. Gummimatten eignen sich hier weniger, um Unfällen vorzubeugen. Bedecken sie nicht komplett den Boden, können Ränder nach oben stehen und so zur Stolperfalle werden. Besser sind Anti-Rutschfolien, die auf den Bodenbelag geklebt werden.

Alternativ gibt es auch rutschhemmende Fliesen. „Fliesen für den Nassbereich sollten die Rutschhemmungsklasse R10A oder R10B haben bzw. die Anforderungen der Bewertungsgruppe B für nassbelastete Barfußbereiche (DIN 51097) erfüllen“, lautet die Empfehlung vom Verein "Barrierefrei Leben".

Bei Ein- und Ausstieg sind Griffe eine nützliche Hilfe. Stützgriffe sollten mit Dübeln befestigt werden, damit sie bei Belastung nicht nachgeben. Es gibt Brausestangen, die sich gleichermaßen als Halte- und Stützgriff verwenden lassen. Vorteil, man spart Platz im Duschbereich. Werden solche Systeme mit Saugknöpfen angebracht, muss deren Vakuumzustand permanent überwacht werden. Dafür gibt es vom TÜV geprüfte Systeme, die eine Warnanzeige haben. Lässt also die Saugkraft nach, werden die Nutzer alarmiert.

Auch bei Türen für die Dusche, können altersgerechte Bedürfnisse berücksichtigt werden. Hier lassen sich sicherheits- und platztechnische Aspekte umsetzen. Um Folgeverletzungen eines Sturzes zu minimieren, sollten die Duschtrennwände aus schlagsicherem oder gar bruchsicherem Material bestehen. So sinkt das Risiko, sich an Splittern zu schneiden. Nach außen zu öffnende Türen ermöglichen es, dass Gestürzte aus ihrer misslichen Lage leichter befreit werden können.

Öffnen sich die Türen nach innen, dann könnten sie durch den Eingeklemmten blockiert werden. Es gibt allerdings auch Systeme, die sich in beide Richtungen öffnen lassen. Wer mit einem Rollstuhl die Dusche befahren will, braucht entsprechend breite Türen. Beim Duschplatz gibt es unterschiedliche Meinungen. Oftmals werden für die Bewegungsfreiheit 120cm x 120cm empfohlen, bei Rollstuhlfahrern sind es 150cm x 150cm, um manövrieren zu können.

Viele weitere Tipps finden sich online bei der „Aktion barrierefreies Bad“. Unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit haben die Branchenverbände Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft e. V. (VDS) und der Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) viele Informationen zusammengetragen.

Dusche, Grafik
6 Tipps für die barrierefreie Dusche. (Quelle: Pictures4you - Fotolia)

Barrierfreie Dusche - Förderung

Bei den Kosten für den altersgerechten Umbau des Duschbereichs gibt es günstige Möglichkeiten zur Finanzierung. Durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau, kurz KfW, gibt es Kredite mit günstigen Konditionen. Für die barrierefreien Umbauten gibt es sogar Zuschüsse. Die Mittel sind allerdings sehr stark zweckgebunden. Wer also darüber hinaus Maßnahmen verwirklichen möchte, wird kaum eine Zusage durch die KfW bekommen.

Bei geringen Finanzierungssummen stellen sich zudem einige Banken quer, die KfW-Darlehen zu vergeben. Lesen Sie dazu in unserem Ratgeber-Beitrag „Mit dem Kredit KfW 159 die Wohnung altersgerecht umbauen“ das Kapitel Kritik an KfW-Darlehen. Die Finanzierung über die KfW ist in diesem Fall altersunabhängig. Wer also vorausplanen will, kann die Umbauten mit dem KfW-Darlehen schon weit vor dem Pensionsalter durchführen.

Es gibt auch spezielle Kredite, mit denen Sie die notwendigen Gelder für den Umbau beschaffen können. Doch gerade bei älteren Kunden hatten sich Banken viele Jahre gesperrt, Finanzierungen zu leisten. Problem war die mangelnde Bonität und Risiken bei der Rückzahlung.

Doch in diesem Bereich hat sich einiges getan. Inzwischen gibt es neue Kreditmodelle, die auch für ältere Menschen zugänglich und lukrativ sind. Ein Finanzexperte hat basenio.de dazu Tipps für die Baufinanzierung ab 50 gegeben. Wer also plant, Bad und Dusche altersgerecht umzubauen, kann sich dafür finanziell unterstützen lassen. Solche Bauvorhaben erleichtern den Alltag im Alter und helfen auch Pflegepersonal bei der Arbeit.

Basenio.de informiert Sie kostenlos und unabhängig. Sie können uns unterstützen, indem Sie die von uns empfohlenen Produkte & Dienstleistungen über die Verlinkungen im Artikel bestellen.

Diesen Beitrag: Drucken

Mehr von Steffen Gottschling
Profilbild von Steffen Gottschling

Steffen Gottschling ist der leitende Redakteur der Ratgeber-Redaktion. Bevor er 2016 bei basenio.de begann, war er im Rundfunk und in der Online-Redaktion einer regionalen Tageszeitung tätig. Seine Themenschwerpunkte sind die Bereiche Pflege & Recht.

Kommentare


Welche Zuschüsse werden in BW gewährt, wenn ich mein Bad mit einer bodentiefen Dusche und Badewanne mit Einstiegsöffnung ausstatten will, sowie rutschfesten Fliesen im Duschbereich?
Ich benötige dazu keine Finanzierung.

Vielen Dank und freundlichen Gruß

Kommentar schreiben

Ihre Daten sind sicher. Ihre Angaben werden ausschließlich zur Bearbeitung Ihres Anliegens verwendet.Weitere Informationen zum Datenschutz