InVita | Seniorenmesse | Bremen

von Steffen Gottschling

InVita, die Seniorenmesse in Bremen - ein persönlicher Erlebnisbericht

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(Quelle: Messe Bremen)

In diesem Beitrag: Basenio.de besuchte die "InVita", die Seniorenmesse in Bremen, und kam mit vielen Ausstellern ins Gespräch. Mit wem wir ins Gespräch kamen und was wir alles erlebt haben, das haben wir in diesem Beitrag zusammengefasst.

Klein und groß ist eine Antagonie, doch für die Hansestadt Bremen sind die beiden Adjektive ein unzertrennliches Paar. Im Verhältnis zu allen anderen Bundesländern ist die Stadt an der Weser klein, doch gemessen an ihren rund 557.000 Einwohnern gehört sie zu den großen Metropolen in Deutschland. Und ebenso wie sich klein und groß für die norddeutsche Metropole charakterisieren lassen, ist auch die HanseLife in der Messe Bremen zu verorten. Sie gehört gemessen an den Besucherzahlen zweifelsohne zu den großen Messen hierzulande, ist aber im Verhältnis zu den ganz großen Veranstaltungen, wie der IAA und der Cebit, eher klein. Auf 40.000 Quadratmetern Ausstellfläche präsentierten sich bei der Einkaufs- und Erlebnismesse in Bremen regionale und überregionale Unternehmen.

Daten zur HanseLife 2017 in Bremen. Für die InVita liegen der Redaktion keine gesonderten Zahlen vor.
Informationen und Zahlen zur HanseLife in Bremen. (Quelle: eigene Darstellung)

Die Seniorenmesse "InVita"

Im Rahmen der HanseLife fanden auch dieses Jahr wieder die Bremer Seniorentage statt. „Aktiv älter werden“ – unter diesem Motto lud die Messe am 12. September und 13. September zur „InVita“ ein. 15.733 Besucher - und damit 4.500 mehr als im letzten Jahr - nahmen diese Einladung gerne an und besuchten die "InVita". Wer die Halle betrat, merkte schnell, dass dieses Motto nicht nur ein leerer Leitsatz war. Die Besucher konnten sich informieren und gleichzeitig aktiv bei den Bühnenprogrammen mitmachen. Bei Selbstverteidigungskursen für Senioren, einer Lachschule und Spielen speziell für ältere Menschen, wurden die Messegänger zum Teilnehmen animiert.

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Der Eingang zur HanseLife auf dem Messegelände in Bremen. (Quelle: Steffen Gottschling)

Die Halle 7, hier wurde die "InVita" veranstaltet, war gefüllt mit Ständen von Pflegedienstleistern, Hörgeräte-Akustikern, Pharmazieunternehmen, Anbietern von Notrufsystemen und vielen mehr. Die Themenpalette erfasste die ganze Bandbreite des Alters. So konnte man sich am Stand des Senioren-Experten-Service (SES) über Möglichkeiten informieren, wie und wo man nach dem Eintritt ins Rentenalter ehrenamtlich seine Erfahrungen und sein Wissen einbringen kann.

Auch für das geistige Potential im Alter fanden sich spezielle Angebote. Bei SteriPharm gab es dafür pharmazeutische Produkte auf Folsäurenbasis, die das Gedächtnis, die Nerven und die Energie stärken. Die Versandapotheke Apotal war mit mehreren Mitarbeitern an ihrem Stand vertreten. Sie informierten die Besucher über ihr Produktportfolio und die Vorteile des Onlineversands von Arzneimitteln und Pharmazeutika. Einen anderen Ansatz verfolgt Tina Schuster von Haptikon. Sie entwickelt Spielkonzepte für ältere Menschen, die den Geist aktivieren und so Energie bei Senioren freisetzen.

Das Thema Gesundheit war auch bei vielen anderen Ausstellern im Fokus. Bei Amplifon konnte man kostenlos sein Gehör testen. Der Hörgeräte-Akustiker hat deutschlandweit über 400 Fachgeschäfte. Bei Weser-Ems-Lifte war ein Treppenlift aufgebaut. Diese Lifter helfen Menschen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, Treppen zu überwinden. So bleiben auch Pflegebedürftige in ihrer Wohnung mobil. Weser-Ems Lifte bietet einen regionalen Service für den Bereich Bremen und Umgebung an. Bei technischen Problemen kann so schnell geholfen werden.

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Redakteur Steffen Gottschling vor dem Basenio-Wohnmobil auf dem Parkplatz der Messe Bremen. (Quelle: Axel Zawischa)

Das 20-jährige Firmenjubiläum nahm man bei Volbert Hausnotruf zum Anlass, seine patentierte Notfalldose kostenlos zu verteilen. In Zeiten der Digitalisierung kann dieses simple System auf einfache Art Leben retten. In der Dose finden Notärzte Informationen zum Patienten, wie Medikamentenunverträglichkeit, Krankheitsbilder und Kontaktdaten von Angehörigen - elementar für jede effiziente Notfallbehandlung.

Doch auch Freizeit- und Reisethemen waren auf der „InVita“ in Halle 7 präsent. Einige Stände warben für ein Miteinander zwischen Alt und Jung. Bei der Diakonie versinnbildlichte man den gewünschten Generationentreff. Die Besucher konnten einen Tischtennisball in eine von sechs Röhren werfen, die jeweils für eine Aussage für das Verhältnis zwischen jungen und alten Menschen standen. So kam man ins Gespräch mit den Messegästen. Für die letzte Ruhe und seinen Nachlass konnte man sich an mehreren Ständen beraten lassen. Über die Friedwald GmbH können Bestattungen und letzte Ruhestätten in einem Wald organisiert und gekauft werden. In fast allen Bundesländern ist dies inzwischen möglich. Am Stand von Ge-Be-In, einem Bremer Bestattungsinstitut, gab es Informationen zu Begräbnissen und finanziellen Absicherungen für Hinterbliebene.

Wer mit seinem Erbe nicht nur Angehörige bedenken möchte, fand bei den Mitarbeitern der Initiative „Mein Erbe tut Gutes“ Anregungen, wie man einen Teil seines Nachlasses für den guten Zweck einsetzen kann. An einem Aufsteller in Form eines Apfelbaums konnten Besucher ihren Wunsch aufschreiben, was sie gerne nach ihrem Tod hinterlassen möchten. Mit solchen kreativen Ideen gelang es der Initiative „Mein Erbe tut Gutes“ und einigen anderen Ausstellern, mit den Messebesuchern ins Gespräch zu kommen. So war die „InVita“ weit mehr als nur eine Ausstellung, sondern ein lebendige und aktive Messe.

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Basenio.de-Geschäftsführer Axel Zawischa am Stand der Initiative „Mein Erbe tut Gutes“. (Quelle: Steffen Gottschling)

Unsere Eindrücke von der "InVita" - Erlebnisbericht

Für basenio.de waren Geschäftsführer Axel Zawischa und Redakteur Steffen Gottschling auf der „InVita“. Mit dem geräumigen Basenio-Wohnmobil reisten wir an und fanden auf dem riesigen Parkplatz vor dem Messegelände eine Abstellmöglichkeit (kostenpflichtig). Rund um die Messe gibt es zudem Haltestellen des Öffentlichen Personennahverkehrs, sodass man die Messehallen bequem erreicht.

Schon am Eingang konnten wir uns von dem gut durchdachten Konzept überzeugen. Sämtliche Zugänge zum Messegelände waren barrierefrei. Für die Senioren besonders freundlich, nur wenige Schritte von der Ausstellungsfläche der „InVita“ gab es einen großen Toilettenbereich. Im Foyer gab es Sitzmöglichkeiten, die gerne in Anspruch genommen worden.

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Am Stand von Haptikon: Tina Schuster (weißes Hemd) im Gespräch mit basenio.de-Redakteur Steffen Gottschling (vorne) und einer Messebesucherin. (Quelle: Axel Zawischa)

Unser erster Gang führte uns zum Informationsstand der Messe Bremen. Hier begrüßte uns Kerstin Heine, Mitarbeitern im Vertrieb der Messe Bremen, und zeigte uns den Veranstaltungsplan. Nach der freundlichen Begrüßung schlenderten wir zunächst durch alle Gänge und hatten so einen ersten groben Überblick von den Ausstellern. Dabei fiel uns gleich Tina Schuster mit ihrem Stand auf. Sie vertreibt ihre Spielkonzepte bereits seit einiger Zeit über den Online-Shop von basenio.de. Für Sie sei ihr Messeauftritt ein „Experiment mit einer erfreulich großen Resonanz“, verriet sie uns. Und in der Tat, während wir uns mit ihr unterhielten, gab es immer wieder Besucher, die eine Zwischenfrage zu den ausgestellten Spielen von Haptikon hatten.

Tina Schuster wusste diese Fragen freundlich zu beantworten und weckte so die Neugier auf ihre Spiele. Mit dem „Lexikaner“, einem kreativen Assoziationsspiel, „Typikato – alles typisch“, einem kommunikativen Spiel und „Komm dazu – Daumen hoch und loserzählt“ hatte sie auch drei Spiele dabei, die es bei basenio.de im Online-Shop zu kaufen gibt. Es gibt immer verschiedene Spielvarianten mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden. Als wir uns von Tina Schuster verabschiedeten, wünschten wir ihr viel Spaß für ihre Bühnenpräsentation. Dabei lud sie Besucher zum Spielen ein.

Am nächsten Stand kamen wir mit Dr. Franziska Coenders von SteriPharm ins Gespräch. Auch sie freute sich über die Resonanz der Messe. Ihr Unternehmen verkauft Pharmazeutika auf Folsäurenbasis. Vor allem für Schwangere sind diese Produkte gedacht, hier präsentierte man aber mit FolPlus ein Produkt speziell für ältere Menschen. Dieses Nahrungsergänzungsmittel gab es zum Messepreis zu kaufen. Wir informierten uns über den Verwendungszweck und wie Nahrungsergänzungsmittel gezielt eingesetzt werden können, um Altersbeschwerden zu lindern und vorzubeugen.

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Basenio.de-Redakteur Steffen Gottschling in Halle 7 der Messe Bremen. (Quelle: Axel Zawischa)

Interessant wurde es dann auch bei den beiden Herren am Stand des Senior Experten Service (SES). Ein ehemaliger Professor, der nun für ein karitatives Projekt in Afrika sein Wissen vor Ort einsetzt, und ein ehemaliger Elektromeister stellten uns die deutschlandweit tätige Stiftung vor. „Menschen werden auf ihr Berufsleben vorbereitet, aber wer bereitet sie für den Berufsausstieg vor?“, fragte man uns. Das Wissen und die Tatkraft von Rentnern dürfen für die Gesellschaft nicht verloren gehen und so vermittelt die Stiftung ältere Menschen in Ehrenämter. Dabei hörten wir gerne einige Anekdoten aus dem Berufsleben der beiden älteren Herren. Danach führte uns der Weg zur Initiative „Mein Erbe tut Gutes“. „Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen“, heißt es in deren Informationsbroschüre (Der Spruch wird Martin Luther zugewiesen). Und der Apfel war hier allgegenwärtig. Es gab ihn als frisches Obst und in Form eines Pappaufstellers, an dem man seine Wünsche für seinen Nachlass auf Erden schreiben konnte. Wir bekamen hier einen Einblick, wie sich die Initiative für den guten Zweck einsetzt. Ein interessanter Ansatz, der uns gefiel.

Informativ war auch der Besuch am Stand von Weser-Ems Lifte. Der regionale Händler montiert und wartet Treppenlifte, ein Thema das auf basenio.de stark vertreten ist. Der Vertreter wies uns auf die Vorteile hin, die eine regionale Service-Ausrichtung hat: „schnelle Hilfe und ein persönlicher Kontakt zum Kunden.“ Zudem zeigte er uns einen amerikanischen Treppenlift, der einen breiten Sitz hat und bis zu 190kg trägt. Viele deutsche Sitzlifte tragen nur bis 120kg.

Ebenfalls länger verweilten wir am Stand bei Volbert Hausnotruf. Zur patentierten Notfalldose blieb uns eine Reaktion im Gedächtnis, die Inhaber Nico Volbert uns verriet: „Es ist so herrlich analog“. Gemeint ist damit, dass eine kleine Dose ganz ohne digitale Technik Leben retten kann. Er gab uns den Tipp: „In jedem Haushalt gibt es einen Kühlschrank. Genau da rein soll die Dose gestellt werden“. Helfer können im Notfall die Dose im Kühlschrank finden und dort wichtige Patientendaten erfahren. Für den Blick in den Kühlschrank sind die Notärzte bereits sensibilisiert. In England hatte Herr Volbert diese Dose gefunden und mit nach Deutschland gebracht. Seit 2014 verkauft er die kleinen analogen Lebensretter. Zum 20-jährigen Firmenjubiläum seines Hausnotruf-Unternehmens verteilte er die Dosen gratis an die Messebesucher.

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Die Notfalldose hilft, Leben zu retten. (Quelle: Steffen Gottschling)

Fazit zur „InVita“

Wir haben viele persönliche und freundliche Gespräche wie die hier geschilderten Kontakte geführt. So war die „InVita“ für basenio.de eine herausragende Gelegenheit, um mit Partnern aus der Region um Bremen ins Gespräch zu kommen. Es war spannend zu sehen, wie viele Facetten das Alter bereithält. Es zeigte sich einmal mehr, dass der Ruhestand nichts mit dem Philistertum einer Biedermeier-Zeit zu tun hat, sondern ein aktiver Lebensabschnitt mit seinen ganz speziellen Herausforderungen ist. Genau diese Attitüde fanden wir bei Ausstellern und Messebesuchern auf der „InVita“ und kommen daher gerne wieder.

Eintrittspreis:

  • Tageskarte Erwachsene: 9,00 EUR
  • Ermäßigte Tageskarte: 7,50 EUR
  • Familienpass: 18,00 EUR
  • Feierabendkarte: 6,00 EUR
  • Happy Friday: 6,00 EUR

Öffnungszeiten:

  • Täglich (außer Freitag) von 10:00 bis 18:00 Uhr
  • Freitag, den 15. September, Happy Friday von 12:00 Uhr bis 20:00 Uhr

Nächste "InVita"

2018: 15. September bis 23. September

 

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Steffen Gottschling (Jg. 1978) lebt und arbeitet in Erfurt. Seit 2012 ist er in der Medienbranche tätig. Hier sammelte er Erfahrungen in der Redaktion von Radio F.R.E.I. und arbeitete als Journalist in der Online-Redaktion der Thüringer Allgemeine. Für ...


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